Mitgliederbereich der E.N.S.I.G.N. OHG

Die richtigen Mikronährstoffe für die Zahngesundheit

Die richtigen Mikronährstoffe für die Zahngesundheit

Mikronährstoffe kommen bisher im Bereich der Zahngesundheit wenig zum Einsatz. Zu Unrecht, denn tatsächlich können Vitalstoffe viel zur Prävention von Zahnerkrankungen beitragen.

Zähne, Zahnhalteapparat und Mundschleimhaut sind wie der gesamte Organismus auf Mikronährstoffe angewiesen. Dennoch wird das Potential von Mikronährstoffen in der Zahngesundheit bisher noch unterschätzt, denn die Bedeutung der Vitalstoffe für die Zahngesundheit ist bisher nur Insidern bekannt.

Diese Mikronährstoffe sind in der Zahnmedizin besonders wichtig:

Fluor
Immer wieder werden die Menschen wegen Fluor verunsichert. Fluor ist toxisch, nicht jedoch das in der Zahnmedizin eingesetzte Fluorid. Fluorid ist bestens untersucht, wird jedoch derzeit nur in Form von Zahnpasta und Zahngel empfohlen. Die früher empfohlene Einnahme von Fluoridtabletten ist heutzutage obsolet, da aufgrund der unterschiedlichen Bioverfügbarkeit in Nahrungsmitteln die Gefahr der Überdosierung gegeben ist.

Fluorid ist wesentlicher Bestandteil des Schmelzminerals und fördert die Stabilität des Zahns, indem es den Zahnschmelz härtet und diesen vor Auflösung durch Säuren schützt. Zudem hemmt Fluorid die Bakterientätigkeit in den Zahnbelägen und wirkt somit karieshemmend. Daneben hemmt Fluorid den Zuckerüberschuss am Zahn und so die Säureproduktion, welche zu Zahnbelägen führen kann, vermindert die Plaquebildung und fördert die Remineralisation des Zahnschmelzes.

 

Kalzium und Phosphor

Stabile Zähne erfordern eine ausreichende Zufuhr an Kalzium. Täglich sollten für die Zahngesundheit 0,8 bis 1,2 Gramm zugeführt werden, wobei der Bedarf im Alter steigt. Kalzium kann aber nur verwertet werden, wenn das Vitamin D im Normbereich ist, was bei der überwiegenden Menge der Deutschen nicht der Fall ist. Für eine optimale Wirkung sollte das Verhältnis zu Phosphor 2,5 zu 1 sein. Vitamin C, Vitamin D, Proteine und Milchzucker verbessern die Kalzium Aufnahme. Ballaststoffreiche Kost und Oxalsäure (Rhabarber, schwarzer Tee und Spinat) verschlechtern die Kalzium Bereitstellung für die Zähne.

 

Phosphor

Phosphor unterstützt die Knochen stabilisierende Wirkung von Kalzium. Phosphor wird bei Mischkostlern ausreichend mit der Nahrung aufgenommen. Vitamin D fördert die Phosphor Aufnahme.

 

Vitamin D

Vitamin D hat vielfältige Funktionen und ist für die Zahngesundheit unabdingbar. Vor allem die Festigkeit des Kieferknochens ist auch von Vitamin D abhängig. Vitamin D kann seine Wirkungen nur entfalten, wenn es täglich zugeführt wird. Bewährt hat sich die tägliche Gabe von 1500IE bis 3000IE.

Typisch für ein Hormon ist der Vitamin D Metabolismus kompliziert so dass im Bereich der Zahngesundheit einige Fakten müssen beachtet werden müssen:

  • Nur ein ausreichender Vitamin D Spiegel fördert die Kalzium Aufnahme im Darm.
  • Hochdosierte Vitamin D Gaben können einen Vitamin K Mangel induzieren . Das führt zu einem verminderten Kalzium Einbau in die Knochen was sich im Bereich der Zähne schnell manifestiert.
  • Zuviel Phosphor behindert die Vitamin D-Aktivierung.
  • Ein Zinkmangel behindert den Vitamin D Rezeptor, bei einem Zinkmangel kann Vitamin D seine Wirkung daher nicht entfalten.
  • Hohe Vitamin D Gaben können die toxischen Wirkungen von Fluor steigern

 

Zink:

Zink findet sich in hoher Konzentration im Speichel, in der Mundhöhle und im Zahnschmelz. Zusammen mit Vitamin D spielt Zink eine wichtige Rolle bei der Mineralisierung und Remineralisierung der Zähne. Deswegen und wegen seiner immunmodulierenden Eigenschaften zusammen mit Selen, bietet Zink einen Schutz vor bakteriellen Säureangriffen. Damit wirkt Zink der Entstehung von Karies entgegen. Viele Studien belegen das eben geschriebene. So fand man bei Patienten/-innen mit Aphten, Gingivitis, Parodontitis und labialen Herpes signifikant niedrigere Zinkspiegel.1

Zink sorgt auch für eine Senkung des Gewebespiegels an Matrix-Metalloproteinase-8 (MMP-8). Dieses Entzündungsenzym ist besonders im Mund-Rachenraum destruktiv wirksam, denn es zerstört die Kollagenfasern des Zahnhalteapparates und fördert den Gewebeabbau. 2

Gut ein Viertel der Deutschen beklagen ständigen oder immer wiederkehrenden Mundgeruch. Da dadurch Außenstehenden mangelnde Mundhygiene vermittelt wird, ist das für die Betroffenen oft sehr belastend. Der Geruch entsteht durch Bakterien die flüchtige, übelriechende Schwefelverbindungen produzieren. Zink kann den entstehenden Schwefel neutralisieren und das Wachstum der verursachenden Bakterien hemmen. 3

Eine der häufigsten und unangenehmsten Nebenwirkungen einer Strahlen- und/oder Chemotherapie sind Entzündungen, Geschwüre oder Aphten im Mund- Rachenraum. Zink Supplemente schützen vor diesen Nebenwirkungen oder können ihr Auftreten massiv vermindern. 4

 

Vitamin C

Vitamin C ist nicht nur ein hochpotentes wasserlösliches Antioxidans, sondern auch maßgeblich am Aufbau des kollagenen Bindegewebes beteiligt. Vitamin C Mangel führt daher schnell zu häufig wiederkehrenden Entzündungen im Zahnfleisch, Zahnfleischblutungen und Zahnfleischschwund. Zumindest bei Menschen mit Zahnfleisch Problemen sollte Vitamin C substituiert werden.

 

Folsäure und Vitamin-B-Komplex

Vitamin-B-Komplex und insbesondere Folsäure sind bei der Parodontitis-Behandlung wirksam. Häufig findet sich bei diesen Patienten ein stark erniedrigter Folsäurespiegel. Nach entsprechender Supplementation bessert sich die Gingivitis (geht der Parodontitis voran).

Besonders wirksam ist eine Supplementation des Vitamin B-Komplexes vor und nach einem zahnärztlichen Eingriff. So lassen sich Schmerzen und Weichteilschwellung deutlich reduzieren.

 

Coenzym Q10

Coenzym Q10 ist wesentlich für die Energiebildung in den Zellen. Speziell Zähne und Zahnfleisch haben einen hohen Energieumsatz. Ältere Menschen mit Zahn- und Zahnfleischproblemen profitieren erheblich von einer Substitution mit Coenzym Q10. Speziell wenn Operationen  oder Implantate nötig sind, sollte Coenzym Q10 ergänzt werden, um die Wundheilung und das Anwachsen des Implantates zu beschleunigen.

 

Selen

Zähne, Zahnhalteapparat und Zahnfleisch sind einem sehr hohen oxidativen Stress ausgesetzt. Die Versorgung mit ausreichend Antioxidantien ist daher für die Zahn- und Mundgesundheit von elementarer Bedeutung. Das Spurenelement Selen ist elementarer Bestandteil des wichtigsten endogenen Antioxidans Systems, der Glutathionperoxidase. Besonders im Selen armen Deutschland ist es ratsam täglich 100µg bis 200µg organisches Selen zu ergänzen. Dadurch wird der Schutz vor freien Radikalen optimiert, was zur Vermeidung aber auch Behandlung der diversen Entzündungen im Mund- und Zahnbereich eine entscheidende Rolle spielt.

 

Magnesium

Gemäß der Greifswalder Bevölkerungsstudie SHIP mit über 4000 Studienteilnehmern konnte gezeigt werden, dass eine gute Versorgung mit Magnesium das Auftreten von Entzündungen im Mund- Zahnbereich massiv eindämmt. Magnesium stärkt zusätzlich die Zahnstruktur und das Zahnschmelz. Magnesiumgaben steigern bei Vitamin D Substitution zusätzlich den Vitamin D Spiegel. 5

 

Pycnogenol

Hierbei handelt es sich um einen Extrakt aus der französischen Meereskiefer. Aufgrund der staken Entzündungshemmung und der Eigenschaft freie Radikale abzufangen, ist Pycnogenol ideal zur Behandlung und Vorbeugung von entzündlichen und destruktiven Krankheiten der Zähne und des Zahnfleisches geeignet.

 

Zusammenfassung:

Auch wenn sich die Zahngesundheit insgesamt gebessert hat, sind Vorbeugung und Behandlung von Mund- Zahnerkrankungen ein wichtiges Therma. Neben den Maßnahmen der Mundhygiene sind spielen Mikronährstoffe in der Zahngesundheit eine wichtige Rolle, denn sie schützten das Gebiss und den Zahnhalteapparat vor Schädigung.

1 Fatima T, Haji Abdul Rahim ZB, Lin CW, Qamar Z. Zinc: A precious trace element for oral health care? J Pac Med Assoc 66(8): 1019-1023.

. 2 Kasuma N, Oenzil F, Indrawaty Lipoeto N. Correlation between Matrix Metalloproteinase 8 in Gingival Crevicular Fluid and Zink Consumption. Pak J Nutr 2016; 15(1): 72-75.

3Suzuki N, Nakano Y, Watanabe T, Yoneda M, Hirofuji T, Hanioka T. Two mechanisms of oral malodor inhibition by zinc ions. J Appl Oral Sci 2018; 26: e20170161.

4 Lin LC, Que J, Lin LK, Lin FC. Zinc supplementation to improve mucositis and dermatitis in patients after radiotherapy for head-and-neck cancers: a double-blind, randomized study. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2006; 65(3): 745-750.
Jordan, K, Feyer P, Höller U, Link H, Wörmann B, Jahn F. Supportive Therapie bei onkologischen Patienten. Dtsch Arztebl Int 2017; 114(27-28): 481-487.

5 Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 19.11.2009

Osteoporose mit Vitalstoffen vorbeugen und behandeln

Osteoporose mit Vitalstoffen vorbeugen und behandeln

Osteoporose kann mit Vitalstoffen nicht nur wirksam vorgebeugt werden, sondern auch eine bereits manifeste Osteoporose kann durch die richtigen Mikronährstoffe gut begleitend behandelt werden.

Osteoporose der größten Volkskrankheiten

Derzeit leiden in Deutschland knapp 5,5 Millionen Frauen und 1,5 Millionen Männer, ab dem 50. Lebensjahr an einer Osteoporose. Das bedeutet, dass mindestens jede vierte Frau und jeder 17. Mann über 50 Jahren an einer Osteoporose erkrankt. Dabei zeigt sich ein Unterschied zwischen den Geschlechtern, denn Frauen erkranken aufgrund der Hormonumstellung in den Wechseljahren deutlich häufiger an Osteoporose als Männer (primäre Osteoporose). Aber auch andere Faktoren wie Medikamente (z.B. Kortison), ungesunder Lebensstil wie Nikotin, Alkohol, Übergewicht und Bewegungsmangel fördern eine Osteoporose. In diesem Fall spricht man von einer sekundären Osteoporose.

Bei der Osteoporose handelt es sich um eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, bei der immer mehr Knochengewebe abgebaut als aufgebaut wird (Knochenschwund). In der Folge wird der Knochen entmineralisiert und wird brüchig. 80 bis 90 Prozent aller Schenkelhals- und Wirbelkörperfrakturen gehen auf Osteoporose zurück.

Osteoporose entwickelt sich meist langsam und die ersten Osteoporose-Symptome werden von den Betroffenen meist nicht als solche erkannt, da Schmerzen wie Rückenschmerzen und Knieschmerzen auch andere Ursachen haben können. Im fortgeschrittenen Stadium der Osteoporose können jedoch vermehrt Knochenbrüche auftreten, oftmals auch ohne erkennbaren Anlass. Spätestens nach einem Knochenbruch sollte so eine Osteoporose-Basisdiagnostik mit einer Knochendichtemessung und weiteren Untersuchungen durchgeführt werden.

Der Entstehung einer Osteoporose mit Vitalstoffen natürlich vorbeugen

Bei dem Aufbau und Erhalt der Knochendichte spielen Mikronährstoffe eine entscheidende Rolle. Insbesondere Kalzium, Phosphor und Magnesium bilden das anorganische Grundgerüst des Skeletts, doch auch andere Vitalstoffe haben bei der Prävention und der Behandlung von Osteoporose einen hohen Stellenwert.

Folgende knochenrelevante Vitalstoffe dienen der Knochenstabilität und beugen so der Entstehung einer Osteoporose vor bzw. unterstützen eine notwendige medikamentöse Behandlung:

Eine gute Versorgung mit Vitamin D (mindestens 30 ng/ml, besser > 40 ng/ml) ist die Voraussetzung für die Aufnahme von Kalzium, Phosphor und Magnesium aus der Nahrung im Darmtrakt. Alle drei Mineralstoffe sorgen für die Stabilität des Knochens und müssen im Gleichgewicht sein. Im Knochenstoffwechsel fördert Vitamin D die Knochenmineralisation und stärkt die Muskulatur, was zusätzlich Knochenbrüche vermeidet. Mit zunehmendem Alter ist dies sehr wichtig, da die Muskelmasse ab dem 40. Lebensjahr beständig abnimmt, das Vitamin D verlangsamt diesen Prozess. Vitamin D fördert zusätzlich die Heilung nach Knochenbrüchen und stärkt den Gelenkknorpel.

Kalzium ist der entscheidende Mineralstoff zur Vorbeugung einer Osteoporose. 99% des köpereigenen Kalziums finden sich im Knochen lokalisiert. Allerdings wäre es zu einfach die Vorbeugung einer Osteoporose auf die Gabe von Kalzium zu reduzieren. Denn der Knochenaufbau hängt neben dem Kalzium auch von Phosphor bzw. Phosphat ab.

Phosphat unterstützt den Knochenaufbau und ist im Wesentlichen für die Festigkeit des Knochens verantwortlich. Ergänzt wird diese Funktion durch das Magnesium.

Magnesium unterstützt Kalzium bei der Stabilisierung des Knochengerüstes, etwa 60 bis 70% des Körperbestandes sind in den Knochen lokalisiert. Ohne Magnesium kann Vitamin D nicht in die aktiven Formen umgewandelt werden, da die Vitamin-D-Umwandlungsenzyme von Magnesium abhängig sind.

Die Zufuhr von Vitamin K2 in ausreichenden Mengen ist notwendig für die Kalziumverwertung. Es unterstützt die Aktivierung von Osteocalcin, welches wesentlich für die Knochenmineralisation ist, optimiert den Knochenaufbau und hilft bei Prophylaxe und Therapie der Osteoporose. Zahlreiche epidemiologische, klinische und experimentelle belegen, dass das Knochenprotein Osteocalcin für die Knochenmineralisation Vitamin K2 benötigt, damit es in die funktionell wirksame Form, das gamma-carboxylierte Osteocalcin überführt werden kann. Diese gamma-carboxylierten Glutamatbausteine (Gla-Reste) können Kalzium binden, was eine wichtige Voraussetzung für einen normalen Knochenstoffwechsel und somit für eine ausreichende Knochendichte und Belastbarkeit des Knochens ist. Vor diesem Hintergrund wird Vitamin K2 zur unterstützenden Regulierung der Knochenmineralisation empfohlen. Frauen nach der Menopause haben eine verminderte Bildung des carboxylierten, kalziumbindenden Osteocalcins, wodurch der Knochenaufbau gehemmt wird und die vermehrte Osteoporose mitbegründet wird.

Der Aufbau von Knochen ist ein sehr Energie aufwendiger Prozess, die in bestimmten Zellorganellen den sogenannten Mitochondrien bereitgestellt wird. Jede Zelle hat tausende Mitochondrien, je nach dem wieviel Energie sie produzieren muss. Knochenaufbauende Zellen haben besonders viele Mitochondrien, da sie sehr viel Energie benötigen. Damit die Zellen genügend Energie produzieren können ist das Vitaminoid Coenzym Q10 unerlässlich und durch nichts austauschbar. Mit der Nahrung können wir maximal 20 mg Coenzym Q10 am Tag zu uns führen, tatsächlich sollten wir aber täglich 100 mg zur Verfügung haben.

Fazit

Osteoporose kann mit Vitalstoffen begleitend behandelt werden. Insbesondere bei der Verbeugung sind Vitalstoffe wichtig, um den Erhalt der Knochenstruktur zu optimieren. Menschen die noch keine Osteoporose entwickelt haben, aber deren Wert in der Knochendichtemessung zwischen – 1,1 und – 2,4 liegt (Osteopenie, eine Vorstufe der Osteoporose) können mit dem obigen Schema – unter Weglassung der Bisphosphonate – eine Osteoporose vorbeugen und ihre Werte sogar verbessern.

Mit Vitalstoffen vom Burnout zurück ins kraftvolle Leben

Mit Vitalstoffen vom Burnout zurück ins kraftvolle Leben

Energie und Leistungsfähigkeit bei Burnout wiedererlangen durch Vitalstoffe

Immer mehr Menschen fühlen sich dauerhaft überfordert, festgehalten in frustrierenden Lebenssituationen oder zerrissen zwischen den beruflichen und privaten Alltagsanforderungen. Oft wird der Begriff einer Depression mit einem Burnout gleichgesetzt, doch ein Burnout – das Gefühl ausgebrannt zu sein – kann sich auch erst als Folge einer Depression entwickeln. Die Beschwerden eines Burnouts sind emotionale Erschöpfung, Distanzierung, Depersonalisation und Zynismus, sowie verringerte Arbeitsleistung. Allerdings gibt es kein einheitliches Beschwerdebild und daher auch keine anerkannte medizinische Diagnose. Das Burnout wird in der Regel als Folge von beruflicher und/oder privater Überlastung erlebt, die Depression dagegen als Problem des Schicksals bzw. durch Veranlagung angesehen wird. Viele Menschen mit Burnout erfüllen die Diagnosekriterien einer Depression, jedoch nicht alle.

Das eine körperliche, geistige und psychische Überforderung mit einem Mangel an verschiedenen Vitalstoffen einhergeht wissen jedoch die wenigsten. Die wichtigste Basis dafür ist eine gesunde vitalstoffreiche Ernährung, doch gerade Menschen, die unter psychischen oder körperlichen Stress stehen vernachlässigen diese und widmen ihr zu wenig Aufmerksamkeit. Zudem hat die Qualität der Nahrungsmittel – was den Inhalt an Vitalstoffen angeht – deutlich abgenommen.

Multivitamin-Mineralstoffmischungen und Probiotika senken nachhaltig den Stresslevel

In einer französischen Studie der Forschungseinrichtung Cen Nutriment in Dijon wurde festgestellt, dass Vitamine, Mineralstoffe und Probiotika den psychischen Stress, sowie Müdigkeit langzeitig reduzieren können. Besonders positiv war die Tatsache, dass die verminderten Werte auch einen Monat nach Absetzen des Multivitamin-Präparates gleichbleibend tief blieben[1].

Beim Burnout mangelt es vor allem an Energie

Neben einer guten Vitalstoffbasis durch ein Multivitamin bzw. Multivitalstoffpräparat, steht die Energiesteigerung des Organismus im Vordergrund der Vitalstoffbehandlung beim Burnout. Die Mitochondrien – die Zellkraftwerke die für die ATP-Bildung verantwortlich sind – sollten angekurbelt werden. 

Coenzym Q10

Das körpereigene Co-Enzym kommt in jeder Körperzelle vor und hat einen entscheidenden Einfluss auf die Bildung der Körperenergie Das Coenzym Q10 kann vom Körper selbst hergestellt werden, wenn genügend B-Vitamine sowie Aminosäuren vorhanden sind. Die körpereigene Produktion des Vitaminoids nimmt ab dem 40-ten Lebensjahr immer mehr ab. Der Burnout-Patient hat jedoch auch schon in jüngeren Jahren einen Mehrbedarf an Energie, durch den gesteigerten Stress (viele freie Radikale). Eine Substitution mit Coenzym Q10 bei Burnout Patienten ist daher dringend anzuraten.

Vitamin D und Mineralstoffe

Viele Deutsche haben einen Vitamin-D Mangel ohne es zu wissen. Besonders in den Wintermonaten haben 80% der Deutschen zu wenig Vitamin D im Körper. Ein Vitamin-D-Mangel erhöht das Risiko für Depressionen auf das Doppelte und sollte unbedingt bei einem Burnout Beachtung finden.

Magnesium

Etwa 33% der Deutschen leiden unter einem Magnesium-Mangel ohne es zu wissen. Auch für die Nervenfunktion wird Magnesium benötigt, sowie für einen gesunden Schlaf. Bei Burnout und Depression steigt die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin stark an, was den Muskeltonus erhöht. Kompensatorisch steigt der Magnesium-Verbrauch an um der allgemeinen Muskelspannung entgegen zu wirken. Burnout Patienten haben daher oft einen zum Teil erheblichen Magnesium Mangel.

B-Vitamine

Gleichzeitig ist der B-Komplex enorm wichtig für die Funktion des Nervensystems. Bei einem Mangel treten vermehrt depressive Verstimmungen, psychische Störungen auf. Zahlreiche Studien zeigen, dass eine häufige Ursache für Depressionen ein Vitamin-B12-Mangel ist. Wichtig ist es die B-Vitamine immer im Komplex einzunehmen, da sie miteinander interagieren und sich ergänzen.

Omega-3-Fettsäuren

Besonders Menschen mit Burnout und Depression leiden unter dem ernährungsbedingten Mangel an Omega-3-Fettsäuren. In einer großen Studie konnte nachgewiesen werden, dass bis zu zwei Drittel der Patienten mit Burnout und Depression eine deutliche Besserung der Beschwerden durch Omega-3-Fettsäuren beschrieben.

Zusammenfassung

Eine Behandlung von Burnout ohne Vitalstoffe ist selten erfolgreich. Gerade wenn das Burnout mit einer Depression assoziiert ist, sind Vitalstoffe unabdingbar. Wenn die WHO Recht hat, so sind bis zum Jahr 2030 Burnout und Depression weltweit die häufigste Erkrankung.

[1] Allaert, F. A., et al., Effect of magnesium, probiotic, and
vitamin food supplementation in healthy subjects with psychological stress and
evaluation of a persistent effect after discontinuing intake, Panminerva Med.
2016 Dec;58(4) S. 263 – 70.

Darmgesundheit natürlich stärken

Darmgesundheit natürlich stärken

Dass die Darmgesundheit für das körpereigene Immunsystem wichtig ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dennoch unterschätzen viele Menschen welch enormen Einfluss die Darmflora auf das gesamte Leben haben kann und wie wichtig es ist, sich gesundheitsfördernd zu ernähren. Die Darmflora sorgt nicht nur für eine gute Verdauung unserer Nahrungsmittel und damit für eine optimale Aufnahme lebenswichtiger Vital- und Nährstoffe, sondern sie beeinflusst den gesamten körpereigenen Stoffwechsel, das Körpergewicht und auch die Emotionen.

Die gesunde Darmflora

Die Darmflora wird von Medizinern intestinale Mikrobiota genannt und bezeichnet die Gesamtheit aller im Darm lebenden Mikroorganismen. Der Hauptbestandteil (99%) sind Bakterien, aber auch Viren und Hefepilze kommen physiologisch vor. Welche Spezies in welcher Dichte vorkommen ist sehr unterschiedlich. Im Magen werden die meisten Bakterien durch die Magensäure abgetötet, der obere Dünndarm ist ebenfalls nur dünn besiedelt. Die Darmbesiedelung nimmt im Verlauf des Darmes immer mehr zu bis die Bakteriendichte im Dickdarm am höchsten ist.

Der Begriff Mikrobiom bezeichnet die Gesamtheit aller Gene und besiedelnder Mikroorganismen. Bekannt sind mittlerweile 1000 verschiedene Darmbakterien, doch normalerweise beherbergt der einzelne Mensch nur etwa 150 verschiedene Bakterienarten, die nützlich sind und keine Krankheiten verursachen. Gesunde Darmbakterien sind beispielsweise die Laktobazillen und die Bifidobakterien. Einige Bakterien können unter bestimmten Voraussetzungen krank machen, wie z.B. Clostridien.

Schützende Darmbakterien stabilisieren die Darmbarriere, wehren schädliche Keime ab, bilden kurzkettige Fettsäuren und Vitamine (z.B. Vitamin D, Vitamin K2). Schädliche Bakterien greifen die Darmbarriere an, bilden Giftstoffe und fördern Entzündungen. Besonders wichtig für unsere
Gesundheit ist die Vielfalt an Darmbakterien, die bei den bestimmten Erkrankungen verringert wird, so dass eine sogenannte Darm-Dysbiose entsteht.

Funktionen der Darmflora

Die Darmflora übernimmt sehr viele wichtige Aufgaben und sorgt so für unser Wohlbefinden und für die Gesundheit.

  • Schutz und Aufrechterhaltung der Darmschleimhaut: Beim Abbau von Ballaststoffen, die sehr wichtig für die Darmgesundheit sind und durch natürliche Fermentation bilden die Darmbakterien kurzkettige Fettsäuren (Buttersäure, Essigsäure und Propionsäure). Diese Fettsäuren dienen der Energieversorgung der Darmzellen und regulieren deren Wachstum und Entwicklung. Die sogenannten Tight junctions sind Verschlussleisten zwischen den einzelnen Darmzellen, die durch die Darmflora abgedichtet werden, so dass keine krankmachenden Erreger oder Schadstoffe durch die Darmwand in den Blutkreislauf gelangen können.
  • Schutz vor Kolonisation ungesunder Keime: Schädliche Bakterien, die natürlicherweise im Darm vorkommen können diesen nur besiedeln, wenn die natürliche Darmflora gestört ist. Gesunde Bakterien verdrängen die krankmachenden Erreger, da sie den Sauerstoff verbrauchen, den die schädlichen Keime zum Leben benötigen. Zusätzlich produzieren einige Darmflora-Bakterien Abwehrstoffe, so dass sich die schädlichen Keime nicht an die Darmwand anheften können. Bifidobakterien und Laktobazillen produzieren beim Abbau der Ballaststoffe Milchsäure, die den pH-Wert im Darm senkt, so dass ein saures und gesundes Darmmilieu entstehen kann.
  • Verbesserung der Verdauung: Ein großer Teil der Darmbakterien kümmert sich um die Restverwertung der Nahrungsbestandteile im Dickdarm, die nicht durch Enzyme aufgespalten werden konnten (z.B. Ballaststoffe und andere unverdauliche Pflanzenstoffe).
  • Energiegewinnung: Durch den bakteriellen Abbau von Ballaststoffen wird dem Organismus bis zu 10 Prozent der täglich aufgenommenen Kalorien zur Verfügung gestellt. Dies ist wichtig für den Zucker-und Fettstoffwechsel.
  • Förderung des Immunsystems: Die Darmflora stimuliert das Immunsystem und dieses wiederum beeinflusst die Darmflora positiv. Um zu entscheiden, welche Erreger gesundheitsförderlich sind und welche krankmachend und bekämpft werden müssen, ist es wichtig, das Immunsystem des Darmes täglich zu trainieren. Funktioniert die Unterscheidung nicht, werden plötzlich Inhaltsstoffe aus Nahrungsmitteln als Schadstoffe deklariert und bekämpft, so dass eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder gar Allergie entstehen kann. Im schlimmsten Fall wird eine Autoimmunerkrankung ausgelöst, so dass körpereigene Strukturen angegriffen werden.
  • Vitamin-Bildung: Darmbakterien bilden auch einige wichtige Vitamine, wie z.B. B-Vitamine, Vitamin D und Vitamin K2. Werden Darmbakterien durch Antibiotika vermindert, müssen speziell diese Vitalstoffe ergänzt werden.
  • Entgiftung: Manche Darmbakterien sind wichtig zur Entgiftung und Abbau von Medikamenten und unterstützen die Leber. Allerdings produzieren andere Darmbakterien selbst giftige oder krebserregenden Substanzen.

  • Die richtige Ernährung für unsere Darmgesundheit

Besonders wichtig für unsere Darmgesundheit ist die Zufuhr von Ballaststoffen, vor allem der wasserlöslichen. Sie sind für uns nicht aufspaltbar und gelangen daher unverdaut in den Dickdarm. Besonders gut für die Dickdarmflora sind Gemüsesorten, die besonders viel Inulin enthalten (z.B.Chicorée, Schwarzwurzeln) oder Pektine (z.B. Apfelschalen, Flohsamenschalen, Leinsamen). Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten täglich 30 g Ballaststoffe zugeführt werden, in Form von Gemüse, Obst oder Vollkornprodukten. In diesem Fall ist die Empfehlung nicht zu niedrig angesetzt, wie bei vielen anderen Vitalstoffen. 30 g Ballaststoffe täglich könnte die Darmkrebshäufigkeit in Deutschland, laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) halbieren.

Vitalstoffe für die Darmgesundheit

Der Darm hat vielfältige Funktionen: Nahrung muss resorbiert werden, schädliche Keime und krebserregende Substanzen müssen abgewehrt werden, das Immunsystem muss gestärkt werden um die wichtigsten zu nennen. So ist verständlich, dass unser Darm im hohen Maße dem Angriff von freien Radikalen ausgesetzt ist und einen hohen Energieverbrauch hat (bis zu 60 % der gesamten täglichen Energieproduktion).

Um überschüssige freie Radikale abzufangen existieren im Organismus unterschiedliche Abwehrsysteme. Direkt schnell wirksam sind Vitamin C als wasserlösliches Vitamin und Vitamin E als fettlösliches Vitamin. Indirekt als Enzymsystem wirksam ist die Glutathionperoxidase, die als wesentlichen Bestandteil vier Atome Selen beinhaltet. Deutschland ist – wie auch der Rest von Europa – ein Selenmangelgebiet. In der Regel werden nur 20-35µg Selen am Tag über die Nahrung zugeführt. Der tatsächliche Bedarf liegt aber bei 100 µg – 200 µg Selen am Tag.

Nur so kann unser endogenes Abwehrsystem für freie Radikale, speziell am Darm, gut und sicher funktionieren. Mit der Nahrung kann in unseren Breiten der Selenspiegel nicht auf die erforderliche Höhe gebracht werden. Hier ist im Interesse der Darmgesundheit eine Nahrungsergänzung mit 100 µg bis 200 µg Selen am Tag sinnvoll. Gemäß der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit sollte nur organisches Selen ergänzt werden, wie Selenomethionin oder Selenocystein. Anorganisches Selen behindert die Proteinbildung und kann Lipofuscin bilden 2 2 , welches neuronale Störungen hervorrufen kann und für viele Augenkrankheiten verantwortlich gemacht wird. Speziell das Ökosystem Darm ist empfindlich gegenüber einer unphysiologischen, daher anorganischen Selensubstitution.

Der Energieberdarf unsers Darms

Der Energiebedarf des Darmes ist enorm. Selbst wenn keine oder kaum Nahrung zugeführt wird, ist der Energieumsatz fast genauso hoch wie in unserem Herzen, dass ja nie eine Ruhepause hat. Der Darm ist acht Meter lang und würde ausgelegt die Fläche eines Tennisplatzes belegen. Nach dem Gehirn hat der Darm mit 100 Millionen Nervenzellen die zweithöchste Anzahl im Körper. Nervenzellen haben per se schon einen hohen Energiebedarf. Der Darm muss in einem menschlichen Leben gut 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit verarbeiten. Die gut 100 Billionen Darmbakterien wiegen zwei Kilogramm. Die Energieproduktion geschieht in den Mitochondrien. Das sind Organellen in der Zelle. Eine Darmzelle hat bis zu 8000 Mitochondrien pro Zelle. Die Energieproduktion der Mitochondrien ist abhängig von der Versorgung mit Coenzym Q 10 . Diese vitaminähnliche Substanz kann ab dem 40. Lebensjahr nicht mehr ausreichend gebildet werden und muss ergänzt werden. Dies ist mit der Nahrung nicht möglich, weshalb ein gesunder Darm ab dem Lebensjahr auf die Ergänzung von Coenzym Q 10 angewiesen ist. Aufgrund der Studienlage ist die Ergänzung mit oxidierten Coenzym Q 10 am effektivsten. Dieses wird am besten resorbiert und hat die höchste Bioverfügbarkeit für unseren Körper. Da Coenzym Q 10 seinen Oxidationsstatus pro Sekunde gut 10.000-mal wechselt, ist durch die Einnahme von oxidierten Q 10 auch die antioxidative Wirkung des reduziertem Coenzym Q 10 beinhaltet.

Fazit

Um die Darmgesundheit aufrechtzuerhalten, sollten alle Menschen zumindest 100 µg – 200 µg Selen täglich zuführen. Menschen mit chronischen Darmerkrankungen sollten ein potentes Multivitamin einmal am Tag ergänzen. Menschen mit erhöhtem oxidativem Stress, wie z.B. Raucher, sollten täglich 400 bis 800 IE Vitamin E und 750 bis 1500 mg
Vitamin C täglich ergänzen. Menschen ab dem 35. Lebensjahr sollten aufgrund des beschriebenen enormen Energiebedarfes 100 – 200 mg Coenzym Q 10 täglich zuführen. Nach nun 23 Jahren Vitalstofftherapie profitieren nahezu alle Menschen mit chronischen Darmerkrankungen durch die oben beschriebene Vitalstoffversorgung. Speziell bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen des Darmes wie Morbus Crohn und Kolitis ulzerosa haben durch die Vitalstoff-Supplementation einen deutlich niedrigeren Medikamentenverbrauch und eine deutlich bessere Darmflora.

Schlussbemerkung
Gesundheit ist nur mit einem gesunden Ökosystem Darm möglich. Vitalstoffe sind für einen gesunden Darm unerlässlich und hoch wirksam. Speziell Menschen die viele Medikamente einnehmen müssen oder sich einseitig ernähren, profitieren zum Teil enorm von einer Optimierung
der Darmflora.

Vitalstoffe bei Herzerkrankungen – eine unterschätze Therapiemöglichkeit

Vitalstoffe bei Herzerkrankungen – eine unterschätze Therapiemöglichkeit

Vitalstoffe sollten immer eine begleitende Therapie bei Herzerkrankungen sein.

Sowohl in der Laien- als auch in der Fachpresse ist die Behandlung von Herzerkrankungen ein zentrales Thema, denn immer noch sind Herzerkrankungen die Todesursache Nummer Eins in Deutschland. Etwa 27 bis 44 % der Patienten sterben innerhalb eines Jahres nach dem Myokardereignis und etwa 23 bis 30 % werden im Laufe ihres Lebens einen weiteren Infarkt erleiden (American Heart Assoziation 1997).  Die Wahrscheinlichkeit in den nächsten drei Jahren ein weiteres akutes Herzereignis zu bekommen ist sehr hoch. Doch anstatt alle Fakten zu analysieren, konzentriert sich die derzeitige Therapie in Masse auf die Senkung des Cholesterinspiegels. Viele Zusammenhänge sind bereits seit Jahrzehnten bekannt, finden aber in der modernen Therapie immer noch wenig Beachtung.

Das Cholesterin

Viele Patienten sind aufgrund zahlreicher Pressemeldungen sehr auf ihren Cholesterinspiegel fixiert. Man könnte fast meinen, dass bei manchen Menschen die körperliche Gesundheit und das innerliche Wohlbefinden einzig und alleine von diesem einen Blutwert abhängen. Doch Cholesterin ist von Haus aus kein schädlicher Bestandteil des  menschlichen Organismus, denn jeder Mensch benötigt Cholesterin für seine Gesundheit. Cholesterin ist sehr wichtig für die Hormonproduktion des Körpers, und stabilisiert die Zellwände. Dies bedeutet, wenn wir zu wenig Cholesterin im Körper haben kommt es zu Störungen im Zellstoffwechsel und zu hormonellen Einschränkungen. Vitamin D ist ebenfalls ein Hormon und daher auch vom Cholesterin abhängig. Bei einer massiven Reduzierung kann es daher zu Störungen im Knochenhaushalt und zur Ausbildung einer Osteoporose kommen.

Nun gibt es  verschiedene Formen von Cholesterin und nur wenn bestimmte Anteile zu hoch sind,  ist dies schlecht für unsere Blutgefäße. Mittlerweile wird das Gesamtcholesterin auf unter 200 mg/dl herunter reduziert. Vor noch nicht allzu langer Zeit sprach man erst von einem zu hohen und behandlungsbedürften Cholesterin bei Werten über 300 mg/dl. Das sogenannte LDL-Cholesterin ist mit Cholesterinkristallen gesättigt und gibt diese daher gerne ab. In der Laienpresse spricht man daher vom „schlechten“ Cholesterin. Gefährlich, in Bezug auf Ausbildung einer Atherosklerose oder Gefäßverkalkung in den Herzkranzgefäßen, wird das LDL-Cholesterin aber erst, wenn es in der oxidierten Form vorliegt. Oxidiertes LDL-Cholesterin entsteht im Organismus durch den Angriff freier Radikale und wird im normalen Labor nicht bestimmt. Sogenanntes HDL-Cholesterin ist nicht mit Cholesterinkristallen gesättigt und nimmt diese daher gerne auf, daher spricht der Laie auch vom „guten“ Cholesterin.

Coenzym Q10 (Ubichinon) und seine Bedeutung für unser Herz

Unser Herz ist der am stärksten belastete Muskel im Körper des Menschen. Im Schnitt muss das Herz 80 Jahre lang unermüdlich 60- bis 80-mal pro Minute schlagen. Eine gesicherte Energiegewinnung ist daher für unsere Herzmuskelzellen von zentraler Bedeutung. Zur Sicherstellung dieser gewaltigen Energiemengen ist Coenzym Q10 notwendig. Von allen Organen ist besonders das Herz auf eine gute Versorgung mit diesem Vitaminoid angewiesen. Diese Erkenntnis lässt sich schon in Biochemiebüchern der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts nachlesen. Mindestens genauso lang ist bekannt, dass eine Blockierung der Cholesterinsynthese, wie das cholesterinsenkende Medikamente vom Typ der Statine tun,  auch zu einer Blockierung der körpereigenen Coenzym Q10-Produktion führen. Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum beim Einsatz von Cholesterinsenkern vom Typ der Statine, kein Coenzym Q10 zusätzlich empfohlen wird. Die Statine senken den Cholesterinwert auf Kosten des Hauptenergielieferanten des Herzens, dem Ubichinon. In der Folge treten die typischen Nebenwirkungen der Statine auf, wie Muskelschmerzen, Herzschwäche und Rhythmusstörungen des Herzens.

Außerdem wird Coenzym Q10 ab dem 35. Lebensjahr immer weniger vom Körper selbst gebildet und muss ab diesem Alter regelmäßig zugeführt und bei Bedarf auch ergänzt werden. Im höheren Alter ist das Coenzym Q10 ein Stoff, der wie Vitamine von außen zugeführt werden muss. Idealerweise sollten beim Gesunden 60 – 100 mg Coenzym Q10 ab dem 35. Lebensjahr täglich zugeführt werden. Bei Herzkranken empfiehlt sich eine tägliche Dosis von 200 mg.

Zusammenfassung der wichtigsten Fakten

  • Cholesterin in Maßen ist für unseren Körper lebensnotwendig.
  • Nur das oxidierte LDL-Cholesterin ist zur Ausbildung einer Blutgefäß-Atheromatose (Gefäßverkalkung) befähigt.
  • Die Konzentration von Coenzym Q10 sollte medikamentös nicht reduziert werden. Wenn Statine unerlässlich sind, muss daher Coenzym Q10 ergänzt werden.
  • Das HDL-Cholesterin sollte medikamentös nicht gesenkt werden, denn es entfernt überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßwänden. Leider führt der Einsatz von Statinen auch zu einer Senkung des HDL–Cholesterins.

Vitalstofftherapie bei Herzerkrankungen

An erster Stelle sollte immer eine Reduktion des oxidativen Stresses für das Herz stehen. Hierzu sind Vitalstoffe hervorragend geeignet. Es empfiehlt sich der Einsatz von antioxidativen Vitaminen wie Vitamin C und Vitamin E, sowie dem wichtigsten enzymatischen Antioxidans Selen. Speziell Selen kommt in deutschen Böden nahezu gar nicht vor und daher ist auch unsere Nahrung Selen arm. Dass unsere deutschen Böden zu wenig Jod enthalten ist in der Bevölkerung zumindest zum großen Teil bekannt, doch wo Jodmangel herrscht, fehlt auch ein anderes sehr wichtiges Spurenelement für den menschlichen Körper, das Selen, welches vielen Menschen unbekannt ist.

In etlichen  Studien aus den vergangenen 20 Jahren konnte nachgewiesen werden, dass eine Kombination von 200 µg Selen und 200 mg Coenzym Q10 zusammen mit anderen Antioxidantien (Vitamin C, E, A) die Sterblichkeit der koronaren Herzkrankheit um bis zu 50 % senken kann. Dies ist ein sehr gutes Ergebnis und hat gleichzeitig keine Nebenwirkungen wie bei den Studienergebnissen für verschiedene Medikamente.

Eine ausreichende Versorgung mit Coenzym Q10 ist für ein gesundes Herz notwendig, nur so verfügt unser Lebensmotor über genügend Energie. Mangelt es an Coenzym Q10, sind erste Symptome oft Herzrhythmusstörungen, die typischerweise in einem Alter von 30 bis 40 Jahren auftreten. Menschen mit diesen Rhythmusstörungen fühlen sich in der Regel unwohl und die Tatsache, dass diese Herzbeschwerden als ungefährlich eingestuft werden, ändert wenig an dem eigenen körperlichen Unwohlsein. In den letzten 20 Jahren habe ich gut 600 Patienten mit derartigen Rhythmusstörungen mit 60 bis 100 mg Coenzym Q10 behandelt und in knapp 70 % der Fälle hörten die Rhythmusstörungen durch die Ergänzung des Vitalstoffs wieder auf.

Ist die Versorgung mit Q10 dauerhaft sichergestellt, verursachen auch Cholesterinsenker vom Typ der Statine keine nennenswerten Nebenwirkungen. Statine sollten aber erst dann zum Einsatz kommen, wenn die natürlichen Reduktanten von überschüssigen Cholesterin nicht ausreichen.

Folgende Vitalstoffe senken nebenwirkungsfrei den Cholesterinwert:

  • Vitamin C
  • Nikotinamid
  • Pantothensäure
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Flavonoide
  • 60% der bisher bekannten Pflanzenbegleitstoffe

Neben dem Infarktrisiko durch Ablagerung in den Gefäßen, ist auch die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) für die Patienten lebensbedrohlich. Da Coenzym Q10 für die Energiegewinnung unerlässlich ist, kommt diesem Vitaminoid auch bei dieser Erkrankung eine zentrale Rolle. Professor Mortensen und sein Team von der Universitätsklinik Kopenhagen konnten in der Q-Symbio-Studie nachweisen, dass die regelmäßige Einnahme von Coenzym Q10 die Zahl der Todesfälle durch Herzschwäche um nahezu 50 % senken kann. Dieses Ergebnis war so auffällig, dass die Studie auch in amerikanischen, kardiologischen Fachzeitschriften publiziert wurde.

Vitalstoffe als Mittel der ersten Wahl

Der Einsatz von Vitalstoffen bei Erkrankungen des Herzens sollte, als natürliche Maßnahme, immer an erster Stelle stehen. Natürlich können Vitalstoffe keine Wunder vollbringen und oftmals müssen Medikamente eingesetzt werden. Aber viele Symptome oder Begleiterscheinungen ließen sich mit einer Vitalstoff-Ergänzung nebenwirkunsfrei und natürlich behandeln. Antioxidantien wie Selen und vor allem das Coenzym Q10 dürfen bei keiner Behandlung fehlen. Leider werden diese grundlegenden Fakten in der bisherigen Therapie der Herzkrankheiten viel zu wenig beachtet. Es ist tragisch, dass der Einsatz von Statinen ohne Coenzym Q10 zu einer Energieverarmung des Herzens führt, die in einer Herzinsuffizienz enden kann. Der konsequente Einsatz der genannten Vitalstoffe könnte unser Gesundheitssystem auch finanziell massiv entlasten, denn der bisher sehr hohe und teure Medikamentenverbrauch könnte oftmals drastisch reduziert werden.

Vitalstoffe als unterstützende Therapie bei Diabetes

Vitalstoffe als unterstützende Therapie bei Diabetes

Mit Chrom und Vitalstoffen den Zuckerstoffwechsel stabilisieren

Ein Mangel an Vitalstoffen spielt bei der Entstehung eines Diabetes mellitus eine große Rolle, denn nur wenn der Organismus mit allen Mikronährstoffen gut versorgt ist, funktionieren die komplexen Zusammenhänge in der Bauchspeicheldrüse einwandfrei. Aber auch der an Diabetes bereits erkrankte Mensch profitiert von einer Behandlung mit verschiedenen Vitalstoffen. Viele Diabetiker haben erhöhte Entzündungsparameter wie die Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit und das C-reaktive Protein, sowie eine deutliche Gewebsübersäuerung. Die Folgen sind ein deutlich erhöhter oxidativer Stress und ein stark vermehrter Energieverbrauch im gesamten Organismus. Zuckerkranke profitieren daher sehr stark von antioxidativen Vitalstoffen und Energielieferanten. Schnell wirksame Antioxidantien sind das wasserlösliche Vitamin C (und das fettlösliche Vitamin E. Als langfristig wirksames, enzymatisches Antioxidans bekommt das Selen eine zentrale Bedeutung. Dieses Spurenelement ist in unserer Nahrung kaum enthalten und muss generell ergänzt werden. Diabetiker sollten täglich 200 µg Selen zuführen.

Die Wirkung der Antioxidantien, aber auch der antidiabetischen Medikamente können ihre Wirkung nur entfalten, wenn die Energieversorgung sichergestellt ist. Die Energiegewinnung in den Mitochondrien der Körperzellen ist zu 95% von Coenzym Q10 abhängig – einem Vitaminoid, welcher ab dem 35. Bis 40. Lebensjahr vom Körper immer weniger gebildet werden kann  –  daher sollten Diabetiker mindesten 100 mg Coenzym Q10 (z.B. Aktiv Q10 Bio-Qinon) täglich ergänzen.

Eine Sonderrolle bei Diabetikern hat das Spurenelement Chrom. Speziell Typ II Diabetiker haben meist eine verminderte Glukosetoleranz, so dass das Insulin nicht ausreichend an den Zielzellen wirken kann. Organisches Chrom ist in der Lage die Glukosetoleranz deutlich zu verbessern und dadurch den Medikamentenverbrauch an Antidiabetika langfristig deutlich zu reduzieren. Organische Chromhefe hat in Studien[1] zahlreiche positive Wirkungen  bei Diabetes mellitus gezeigt: Verbesserung der Insulinempfindlichkeit, Verbesserte Aufnahme von Glukose in Nervenzellen, Muskeln und andere Gewebearten, Verringerung von Hungersymptomen, Verringerung des Fettgehaltes im Blut und Verringerung des Körpergewichts. Idealerweise sollten Diabetiker 100 µg eines organischen Chrompräparates täglich mit der Nahrung ergänzen (z.B. Bio-Chrom). Nichtorganische Chrom Präparate sind deutlich weniger wirksam und werden nur in Spuren aufgenommen.

Generell sollten Diabetiker sich umfassend bezüglich Vitalstoffen von einem kundigen Therapeuten/-in beraten lassen, denn oft müssen noch andere Vitalstoffe (z.B. Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren) ergänzt werden. Empfehlenswert ist auch eine Basisversorgung mit einem Multivitaminpräparat um den Körper mit Vitalstoffen vor Folgeerkrankungen zu schützen.

[1] J. Racek et al: Biological Trace Element Research: Vol. 109,2006; Mindrescu & Ciocan (unveröffentlichter Versuchsbericht); Cheng et al. 1999