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Vitalstoffe bei Herzerkrankungen – eine unterschätze Therapiemöglichkeit

Vitalstoffe bei Herzerkrankungen – eine unterschätze Therapiemöglichkeit

Vitalstoffe sollten immer eine begleitende Therapie bei Herzerkrankungen sein.

Sowohl in der Laien- als auch in der Fachpresse ist die Behandlung von Herzerkrankungen ein zentrales Thema, denn immer noch sind Herzerkrankungen die Todesursache Nummer Eins in Deutschland. Etwa 27 bis 44 % der Patienten sterben innerhalb eines Jahres nach dem Myokardereignis und etwa 23 bis 30 % werden im Laufe ihres Lebens einen weiteren Infarkt erleiden (American Heart Assoziation 1997).  Die Wahrscheinlichkeit in den nächsten drei Jahren ein weiteres akutes Herzereignis zu bekommen ist sehr hoch. Doch anstatt alle Fakten zu analysieren, konzentriert sich die derzeitige Therapie in Masse auf die Senkung des Cholesterinspiegels. Viele Zusammenhänge sind bereits seit Jahrzehnten bekannt, finden aber in der modernen Therapie immer noch wenig Beachtung.

Das Cholesterin

Viele Patienten sind aufgrund zahlreicher Pressemeldungen sehr auf ihren Cholesterinspiegel fixiert. Man könnte fast meinen, dass bei manchen Menschen die körperliche Gesundheit und das innerliche Wohlbefinden einzig und alleine von diesem einen Blutwert abhängen. Doch Cholesterin ist von Haus aus kein schädlicher Bestandteil des  menschlichen Organismus, denn jeder Mensch benötigt Cholesterin für seine Gesundheit. Cholesterin ist sehr wichtig für die Hormonproduktion des Körpers, und stabilisiert die Zellwände. Dies bedeutet, wenn wir zu wenig Cholesterin im Körper haben kommt es zu Störungen im Zellstoffwechsel und zu hormonellen Einschränkungen. Vitamin D ist ebenfalls ein Hormon und daher auch vom Cholesterin abhängig. Bei einer massiven Reduzierung kann es daher zu Störungen im Knochenhaushalt und zur Ausbildung einer Osteoporose kommen.

Nun gibt es  verschiedene Formen von Cholesterin und nur wenn bestimmte Anteile zu hoch sind,  ist dies schlecht für unsere Blutgefäße. Mittlerweile wird das Gesamtcholesterin auf unter 200 mg/dl herunter reduziert. Vor noch nicht allzu langer Zeit sprach man erst von einem zu hohen und behandlungsbedürften Cholesterin bei Werten über 300 mg/dl. Das sogenannte LDL-Cholesterin ist mit Cholesterinkristallen gesättigt und gibt diese daher gerne ab. In der Laienpresse spricht man daher vom „schlechten“ Cholesterin. Gefährlich, in Bezug auf Ausbildung einer Atherosklerose oder Gefäßverkalkung in den Herzkranzgefäßen, wird das LDL-Cholesterin aber erst, wenn es in der oxidierten Form vorliegt. Oxidiertes LDL-Cholesterin entsteht im Organismus durch den Angriff freier Radikale und wird im normalen Labor nicht bestimmt. Sogenanntes HDL-Cholesterin ist nicht mit Cholesterinkristallen gesättigt und nimmt diese daher gerne auf, daher spricht der Laie auch vom „guten“ Cholesterin.

Coenzym Q10 (Ubichinon) und seine Bedeutung für unser Herz

Unser Herz ist der am stärksten belastete Muskel im Körper des Menschen. Im Schnitt muss das Herz 80 Jahre lang unermüdlich 60- bis 80-mal pro Minute schlagen. Eine gesicherte Energiegewinnung ist daher für unsere Herzmuskelzellen von zentraler Bedeutung. Zur Sicherstellung dieser gewaltigen Energiemengen ist Coenzym Q10 notwendig. Von allen Organen ist besonders das Herz auf eine gute Versorgung mit diesem Vitaminoid angewiesen. Diese Erkenntnis lässt sich schon in Biochemiebüchern der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts nachlesen. Mindestens genauso lang ist bekannt, dass eine Blockierung der Cholesterinsynthese, wie das cholesterinsenkende Medikamente vom Typ der Statine tun,  auch zu einer Blockierung der körpereigenen Coenzym Q10-Produktion führen. Es ist daher nicht nachvollziehbar, warum beim Einsatz von Cholesterinsenkern vom Typ der Statine, kein Coenzym Q10 zusätzlich empfohlen wird. Die Statine senken den Cholesterinwert auf Kosten des Hauptenergielieferanten des Herzens, dem Ubichinon. In der Folge treten die typischen Nebenwirkungen der Statine auf, wie Muskelschmerzen, Herzschwäche und Rhythmusstörungen des Herzens.

Außerdem wird Coenzym Q10 ab dem 35. Lebensjahr immer weniger vom Körper selbst gebildet und muss ab diesem Alter regelmäßig zugeführt und bei Bedarf auch ergänzt werden. Im höheren Alter ist das Coenzym Q10 ein Stoff, der wie Vitamine von außen zugeführt werden muss. Idealerweise sollten beim Gesunden 60 – 100 mg Coenzym Q10 ab dem 35. Lebensjahr täglich zugeführt werden. Bei Herzkranken empfiehlt sich eine tägliche Dosis von 200 mg.

Zusammenfassung der wichtigsten Fakten

  • Cholesterin in Maßen ist für unseren Körper lebensnotwendig.
  • Nur das oxidierte LDL-Cholesterin ist zur Ausbildung einer Blutgefäß-Atheromatose (Gefäßverkalkung) befähigt.
  • Die Konzentration von Coenzym Q10 sollte medikamentös nicht reduziert werden. Wenn Statine unerlässlich sind, muss daher Coenzym Q10 ergänzt werden.
  • Das HDL-Cholesterin sollte medikamentös nicht gesenkt werden, denn es entfernt überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßwänden. Leider führt der Einsatz von Statinen auch zu einer Senkung des HDL–Cholesterins.

Vitalstofftherapie bei Herzerkrankungen

An erster Stelle sollte immer eine Reduktion des oxidativen Stresses für das Herz stehen. Hierzu sind Vitalstoffe hervorragend geeignet. Es empfiehlt sich der Einsatz von antioxidativen Vitaminen wie Vitamin C und Vitamin E, sowie dem wichtigsten enzymatischen Antioxidans Selen. Speziell Selen kommt in deutschen Böden nahezu gar nicht vor und daher ist auch unsere Nahrung Selen arm. Dass unsere deutschen Böden zu wenig Jod enthalten ist in der Bevölkerung zumindest zum großen Teil bekannt, doch wo Jodmangel herrscht, fehlt auch ein anderes sehr wichtiges Spurenelement für den menschlichen Körper, das Selen, welches vielen Menschen unbekannt ist.

In etlichen  Studien aus den vergangenen 20 Jahren konnte nachgewiesen werden, dass eine Kombination von 200 µg Selen und 200 mg Coenzym Q10 zusammen mit anderen Antioxidantien (Vitamin C, E, A) die Sterblichkeit der koronaren Herzkrankheit um bis zu 50 % senken kann. Dies ist ein sehr gutes Ergebnis und hat gleichzeitig keine Nebenwirkungen wie bei den Studienergebnissen für verschiedene Medikamente.

Eine ausreichende Versorgung mit Coenzym Q10 ist für ein gesundes Herz notwendig, nur so verfügt unser Lebensmotor über genügend Energie. Mangelt es an Coenzym Q10, sind erste Symptome oft Herzrhythmusstörungen, die typischerweise in einem Alter von 30 bis 40 Jahren auftreten. Menschen mit diesen Rhythmusstörungen fühlen sich in der Regel unwohl und die Tatsache, dass diese Herzbeschwerden als ungefährlich eingestuft werden, ändert wenig an dem eigenen körperlichen Unwohlsein. In den letzten 20 Jahren habe ich gut 600 Patienten mit derartigen Rhythmusstörungen mit 60 bis 100 mg Coenzym Q10 behandelt und in knapp 70 % der Fälle hörten die Rhythmusstörungen durch die Ergänzung des Vitalstoffs wieder auf.

Ist die Versorgung mit Q10 dauerhaft sichergestellt, verursachen auch Cholesterinsenker vom Typ der Statine keine nennenswerten Nebenwirkungen. Statine sollten aber erst dann zum Einsatz kommen, wenn die natürlichen Reduktanten von überschüssigen Cholesterin nicht ausreichen.

Folgende Vitalstoffe senken nebenwirkungsfrei den Cholesterinwert:

  • Vitamin C
  • Nikotinamid
  • Pantothensäure
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Flavonoide
  • 60% der bisher bekannten Pflanzenbegleitstoffe

Neben dem Infarktrisiko durch Ablagerung in den Gefäßen, ist auch die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) für die Patienten lebensbedrohlich. Da Coenzym Q10 für die Energiegewinnung unerlässlich ist, kommt diesem Vitaminoid auch bei dieser Erkrankung eine zentrale Rolle. Professor Mortensen und sein Team von der Universitätsklinik Kopenhagen konnten in der Q-Symbio-Studie nachweisen, dass die regelmäßige Einnahme von Coenzym Q10 die Zahl der Todesfälle durch Herzschwäche um nahezu 50 % senken kann. Dieses Ergebnis war so auffällig, dass die Studie auch in amerikanischen, kardiologischen Fachzeitschriften publiziert wurde.

Vitalstoffe als Mittel der ersten Wahl

Der Einsatz von Vitalstoffen bei Erkrankungen des Herzens sollte, als natürliche Maßnahme, immer an erster Stelle stehen. Natürlich können Vitalstoffe keine Wunder vollbringen und oftmals müssen Medikamente eingesetzt werden. Aber viele Symptome oder Begleiterscheinungen ließen sich mit einer Vitalstoff-Ergänzung nebenwirkunsfrei und natürlich behandeln. Antioxidantien wie Selen und vor allem das Coenzym Q10 dürfen bei keiner Behandlung fehlen. Leider werden diese grundlegenden Fakten in der bisherigen Therapie der Herzkrankheiten viel zu wenig beachtet. Es ist tragisch, dass der Einsatz von Statinen ohne Coenzym Q10 zu einer Energieverarmung des Herzens führt, die in einer Herzinsuffizienz enden kann. Der konsequente Einsatz der genannten Vitalstoffe könnte unser Gesundheitssystem auch finanziell massiv entlasten, denn der bisher sehr hohe und teure Medikamentenverbrauch könnte oftmals drastisch reduziert werden.

Vitalstoffe als unterstützende Therapie bei Diabetes

Vitalstoffe als unterstützende Therapie bei Diabetes

Mit Chrom und Vitalstoffen den Zuckerstoffwechsel stabilisieren

Ein Mangel an Vitalstoffen spielt bei der Entstehung eines Diabetes mellitus eine große Rolle, denn nur wenn der Organismus mit allen Mikronährstoffen gut versorgt ist, funktionieren die komplexen Zusammenhänge in der Bauchspeicheldrüse einwandfrei. Aber auch der an Diabetes bereits erkrankte Mensch profitiert von einer Behandlung mit verschiedenen Vitalstoffen. Viele Diabetiker haben erhöhte Entzündungsparameter wie die Blutkörpersenkungsgeschwindigkeit und das C-reaktive Protein, sowie eine deutliche Gewebsübersäuerung. Die Folgen sind ein deutlich erhöhter oxidativer Stress und ein stark vermehrter Energieverbrauch im gesamten Organismus. Zuckerkranke profitieren daher sehr stark von antioxidativen Vitalstoffen und Energielieferanten. Schnell wirksame Antioxidantien sind das wasserlösliche Vitamin C (und das fettlösliche Vitamin E. Als langfristig wirksames, enzymatisches Antioxidans bekommt das Selen eine zentrale Bedeutung. Dieses Spurenelement ist in unserer Nahrung kaum enthalten und muss generell ergänzt werden. Diabetiker sollten täglich 200 µg Selen zuführen.

Die Wirkung der Antioxidantien, aber auch der antidiabetischen Medikamente können ihre Wirkung nur entfalten, wenn die Energieversorgung sichergestellt ist. Die Energiegewinnung in den Mitochondrien der Körperzellen ist zu 95% von Coenzym Q10 abhängig – einem Vitaminoid, welcher ab dem 35. Bis 40. Lebensjahr vom Körper immer weniger gebildet werden kann  –  daher sollten Diabetiker mindesten 100 mg Coenzym Q10 (z.B. Aktiv Q10 Bio-Qinon) täglich ergänzen.

Eine Sonderrolle bei Diabetikern hat das Spurenelement Chrom. Speziell Typ II Diabetiker haben meist eine verminderte Glukosetoleranz, so dass das Insulin nicht ausreichend an den Zielzellen wirken kann. Organisches Chrom ist in der Lage die Glukosetoleranz deutlich zu verbessern und dadurch den Medikamentenverbrauch an Antidiabetika langfristig deutlich zu reduzieren. Organische Chromhefe hat in Studien[1] zahlreiche positive Wirkungen  bei Diabetes mellitus gezeigt: Verbesserung der Insulinempfindlichkeit, Verbesserte Aufnahme von Glukose in Nervenzellen, Muskeln und andere Gewebearten, Verringerung von Hungersymptomen, Verringerung des Fettgehaltes im Blut und Verringerung des Körpergewichts. Idealerweise sollten Diabetiker 100 µg eines organischen Chrompräparates täglich mit der Nahrung ergänzen (z.B. Bio-Chrom). Nichtorganische Chrom Präparate sind deutlich weniger wirksam und werden nur in Spuren aufgenommen.

Generell sollten Diabetiker sich umfassend bezüglich Vitalstoffen von einem kundigen Therapeuten/-in beraten lassen, denn oft müssen noch andere Vitalstoffe (z.B. Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren) ergänzt werden. Empfehlenswert ist auch eine Basisversorgung mit einem Multivitaminpräparat um den Körper mit Vitalstoffen vor Folgeerkrankungen zu schützen.

[1] J. Racek et al: Biological Trace Element Research: Vol. 109,2006; Mindrescu & Ciocan (unveröffentlichter Versuchsbericht); Cheng et al. 1999