Mitgliederbereich der E.N.S.I.G.N. OHG

Mitochondriopathie

Mitochondriopathie

Mitochondriopathie

Erkrankungen und Fehlfunktionen der Mitochondrien sind – wenn auch in der Medizin wenig beachtet – weit verbreitet. Mitochondriopathien gehören zu den häufigsten hereditären Stoffwechselstörungen. Das Problem ist, dass ihnen keine bestimmte Symptomatik zugeordnet werden kann, denn Mitochondrien finden sich in allen Körperzellen. Aus diesem Grund kann jedes Symptom auch Ausdruck einer Mitochondriopathie sein. Geschädigte Mitochondrien können in allen Organen und in jedem Alter auftreten. Häufig sind Medikamente die Auslöser für Störungen der zellulären Energieproduzenten, dies kann bereits nach einer kurzen Einnahmezeit auftreten. Daneben führen auch Mutationen am mitochondrialen Genom (mtDNA) zu dysfunktionalen Mitochondrien.

Entsprechend der Symptomenvielfalt sind die Beschwerden nur leicht oder durch Beteiligung vieler Organe auch schwerwiegend, so dass es zu einer verminderten Lebenserwartung kommen kann. Da Mitochondrien in erster Linie für die Energiebildung zuständig sind, sind vor allem Organe mit hohem Energiebedarf, wie Herz und Leber, von einer Mitochondriopathie betroffen.

Aus diesem Grund ist etwa die Hälfte der Beschwerden bei einer Mitochondriopathie kardialer Natur. Ein häufig verkanntes Frühsymptom sind Herzrhythmusstörungen. Oft erhalten diese Patienten ß-Blocker, jedoch keine Therapieoptionen zur Behandlung der zu Grunde liegenden Mitochondriopathie. Bei Kindern mit dieser Störung findet man häufig Nierenerkrankungen bei normalen Kreatininwerten. Mit die häufigste Nicht-kardiale Manifestation einer Mitochondriopathie ist ein Typ II Diabetes bei Patienten unter 40 Jahren, die in der Regel schlank sind und keine typischen Risikofaktoren aufweisen. Nach neueren Erkenntnissen haben diese Menschen, aufgrund der Mitochondriopathie, eine erhöhte Insulinresistenz im Skelettmuskel. Weitere endokrine Störungen im Rahmen einer Mitochondriopathie können sein:

  • Kleinwuchs
  • Hypogonadismus
  • Hyperparathyreoidismus
  • Hypothyreose

Viele Patienten/-innen mit einer mitochondrialen Störung leiden zum Teil über Jahre an unspezifischen Symptomen wie:

  • Reflux
  • Erbrechen
  • Schluckstörungen.

Gerade die Schluckstörungen können zu einer Kachexie führen, die dann oft mit einer Anorexie verwechselt wird. Dies ist für die Betroffenen fatal, denn die Behandlung der Anorexie führt natürlich nicht zu einer Besserung der Beschwerden.

Bekanntermaßen nimmt die Energiebilanz der Mitochondrien mit zunehmendem Altem ab. Wird diese nicht korrigiert, kommt es fast zwangsläufig zu einer Mitochondriopathie mit unspezifischen gastrointestinalen Beschwerden wie Sodbrennen und Verstopfung. Gerade ältere Menschen klagen oft über diese Beschwerden und werden wenig erfolgreich mit Säureblockern und Darmmotilität steigernden Medikamenten behandelt.

Funktion der Mitochondrien

Da jede Zelle Energie benötigt, finden sich Mitochondrien in allen Körperzellen. Jede Zelle hat zwischen 4000 bis 11000 Mitochondrien. Da der Organismus über 80 Billionen Zellen verfügt, wird ersichtlich, dass wir jeden Tag unser eigenes Körpergewicht in Form von ATP auf- und wieder abbauen.

In den Mitochondrien werden Zucker, Kohlenhydrate, Fettsäuren und Proteine zusammen mit Carnitin über den Zitratzyklus zu Metaboliten wie NADH/H+ und FADH/H+ umgebaut. Die protonenreichen Derivate werden dann über die Atmungskette zu ATP, der Energiewährung unseres Organismus, verbrannt. Dieser Vorgang wird als oxidative Phosphorylierung bezeichnet. Die komplexen Vorgänge können nur in Gegenwart diverser Vitalstoffe stattfinden.

Aus Sicht der Vitalstofftherapie ist es entscheidend, dass Elektronen vom Eisen-Schwefel-Komplex auf Ubichinon übertragen werden. Ubchinon widerum wird zu Ubichinol reduziert und gibt so die Elektronen, die für die ATP Bildung benötigt werden dann weiter. Zusammen mit den Protonen aus dem Zitratzyklus wird ATP über die ATP Synthase gebildet.

Aus dem bisher geschriebenen ergibt sich, dass Mitochondriopathien, sofern sie nich genetisch bedingt sind, eng mit der Ernährung und der Bereitstellung von Vitalstoffen verknüpft sind. Um genügend Protonen über den Zitratzyklus zu bekommen, ist eine ausreichende Zufuhr aller Bausubstrate, daher Kohenhydrate, Fette und Proteine notwendig. Die Ernährung sollte daher keinen der Bausubstrate vernachlässigen. Den Vitalstoffen, die Wirksubstrate sind kommt bei der Behandlung von Mitochondriopathien besondere Bedeutung zu.

Coenzym Q10

Wie aus dem Schaubild oben ersichtlich ist, kann ATP in der Atmungskette nur gebildet werden, wenn Elektronen vom Coenzym Q10 übertragen werden. Damit übernimmt Ubichinon eine Schlüsselrolle in der Atmungskette und bei der Energiegewinnung. Bis etwa zum 40. Lebensjahr kann der Organismus Conezym Q10 selber bilden, danach wird es essentiell und muss von außen zugeführt werden um die Energiesynthese zu gewährleisten. Speziell Organe mit einem hohen Energiebedarf zeigen bei einem Coenzym-Q10-Mangel, durch den Energiedefizit, frühzeitig zum Teil erhebliche Funktionsstörungen auf. Beim Herzen treten zunächst Herzrhythmusstörungen auf, die sich später in einer Herzinsuffizienz manifestieren können. In der Leber kommt es zu unklaren Funktionsstörungen mit oft erhöhten Transaminasen ohne erhöhtem Alkoholkonsum. Auch der Altersdiabetes, aufgrund einer Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse, kann mit einem Mangel an Energie aufgrund eines Ubichinon-Mangels assoziiert sein. All diese Fakten sind seid langem bekannt, die Arbeiten von Folkers und Littaru 1972 hatten dies bereits dokumentiert. Nicht verwunderlich ist das Ergebnis der Q-Symbio Studie von 2014, in der der dänische Kardiolge Prof. Mortensen 300 mg Coenzym Q10 bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz eingesetzt hat. Bei gut 50 Prozent der mit Coenzym Q10 versorgten Patientinnen und Patienten kam es zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden. Dies ist bisher das beste Ergebnis, dass in der Behandlung der Herzinsuffizienz erzielt werden konnte.

Der schwedische Kardiologe Prof. Alehagen versorgte im Rahmen der Kisel 10 Studie ältere Menschen mit Selen und Coenzym Q10, was zu einer Reduzierung der kardiovaskulären Todesfälle, bei diesen an sich gesunden Menschen, um 50 Prozent zeigte. Alles in allem zeigen die Fakten und Studien, dass jeder Mensch jenseits des 40. Lebensjahres von einer Substitution mit Coenzym Q10 profitiert. Hier genügen in der Regel 100 mg Coenzym Q10 am Tag. Herzkranke Menschen sollten täglich 300 mg Coenzym Q10 zusätzlich zu der Nahrung ergänzen.

Da Coenzym Q10 ein sogenanntes Redoxpaar ist, ist es zunächst unerheblich ob oxidiertes Ubichinon oder reduziertes Ubichinol eingesetzt wird. Allerdings wird in Oxidation fixiertes Ubichinon deutlich besser vom Organismus resorbiert als Ubichinol (z.B. Aktiv Q10 Bio Chinon von Pharma Nord), weshalb Ubichinon in der Substitution am besten geeignet ist. Im Internet wird oft gegenteiliges behauptet, jedoch wurde diese Tatsache in einer großen unabhängigen spanischen Studie eindeutig bewiesen. Auch muss beachtet werden, dass Coenzym Q10 über das lymphatische System resorbiert wird, daher dauert es immer sechs bis neun Stunden, bis ein ausreichender Wirkspiegel erreicht werden kann. Werbeaussagen die anderes suggerieren sind daher falsch. Coenzym Q10 ist zusätzlich ein gutes Antioxidans in den Mitochondrien und unterstützt das fettlösliche Antioxidans Vitamin E an der Zellmenbran.

Selen

Das Spurenelement Selen ist wesentlicher Bestandteil des effektivsten enymatischen Radikalenfängers in unserem Körper, nämlich der Glutathionperoxidase. Besonders Mitochondrien sind aufgrund ihres hohen Energieumsatzes durch freie Radikale gefährdet. Überwiegen die freien Radikale produzieren Mitochondrien nur wenig Energie aber zusätzlich noch weitere freie Radikale.

Dies führt zu einer Schädigung der Zelle bis hin zum Zelltod oder kann zu einer Entartung beitragen. Selen, als Bestandteil der Glutathionperoxidase, kann dem entgegenwirken. Leider ist die Versorgung mit Selen über die Nahrung defizitär. Folgt man den offiziellen Zahlen, so können durch die Ernährung in Deutschland maximal 35 µg Selen am Tag zugeführt werden. Um alle für unsere Zellgesundheit wichtigen Funktionen des Selens zu bedienen, vor allem die antioxidativen, brauchen wir jedoch 100  bis 200 µg Selen am Tag. Bei Vegetariern/innen und Veganern/innen liegt die tägliche Zufuhr noch einmal deutlich niedriger. Eine Nahrungsergänzung mit Selen ist daher in der Regel bei jedem Menschen notwendig um die Mitochondrien und somit den Organismus vor übermäßigen oxidativen Stress zu schützen. Im Handel werden organische und anorganische Selenprodukte angeboten. Es ist hinlänglich bekannt und von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bestätigt, dass organische Selen-Nahrungsergänzungen (Selenomethionin oder Selenocystein) am besten resorbiert werden. Auch bilden organische Selenverbindungen Speicher und haben eine längere Halbwertzeit. Sie wirken aber erst nach der Metabolisierung. Werden daher schnell hohe Spiegel an Selen benötigt, z.B. in der Onkologie oder Intensivmedizin, sollten anorganische Produkte als Infusion verwendet werden.

B-Vitamine

Der Citratzyklus liefert die für die Atmungskette notwendigen Protonen über die Koenzyme Thiaminpyrophosphat (TPP) und Flavinadenindinukleotid (FAD). TPP benötigt für seine Funktion das B-Vitamin Niacin und FAD benötigt Riboflavin. Zusammen mit Thiamin sorgen die genannten B-Vitamine dafür, dass Kohlenhydrate im Citratzyklus zu NADH und FADH überführt werden. Dies ist für die spätere Protonengewinnung im Citratzyklus ein entscheidender Schritt. Auch die Einschleusung von Acetyl-CoA ist von entscheidender Bedeutung im Citratcyklus. Dieser Schritt ist unter anderem auch vom B-Vitamin Panthotensäure abängig.

Vitamin B6 (Pyridoxin) katalysiert den Abbau von Glykogen, so dass es im Citratcyklus genutzt werden kann. Vitamin B6 steigert vor allem den die Energieproduktion in der Muskulatur über eine Steigerung der Kreatin Biosynthese. Als Bestandteil der Propionyl-CoA-Carboxylase ist Biotin essentiell für die Verwertung von Glukoxe für den Citratzyklus und somit auch für eine gute Funktion der Mitochondrien. Vitamin B12 dient als Keonzym Adenosylcobalamin und bildet in den Mitochondrien Succinyl Coenzym A. Dieses Enzym ist wesentlich für die Funktion des Citratzyklus in den Mitochondrien.

B-Vitamine sind für die Energiegewinnung unerlässlich. Mitochondriopathien sind oft auch durch einen Vitamin-B-Mangel verursacht. In Deutschland ist eine Unterversorgung mit einigen der B-Vitamine weit verbreitet, daher sollten bei der Behandlung von Mitochondriopathien auch B-Vitamine eingesetzt werden. Bewährt hat sich der Einsatz eines B-Komplexes, da die B-Vitamine immer auch untereinander interagieren und sich in ihrer Funktion unterstützen.

Magnesium

Magnsium ist bei der Bildung von ATP in der Atmungskette ein wichtiger Kofaktor. Ein kombinierter Mangel an Magnesium und Coenzym Q10 kann vor allem bei älteren Menschen mit reduzierter Coenzym-Q10-Bildung schnell zu einerm schwerwiegenden Energiedefizit führen bzw. eine schwere Mitochondriopathie verursachen. Der Mineralstoff ist an allen Reaktionen des Lipid-, Kohlenhydrat- und Proteinstoffwechsels beteiligt. Auch ist es unabdingbar für den Nukleinsäurestoffwechsel.

Eisen

Eisen spielt eine wichtige Rolle für die Elektronenübertragung in der Atmungskette. Es bildet mit Schwefel so genannte Eisen-Schwefel-Cluster, die in den Komplexen I, II und III der Atmungskette vorkommen, sowie im Citratzyklus. In der Atmungskette gibt es auch Eisenverbindungen mit einer Hämgruppe.

Das Eisen-Schwefel-Zentrum überträgt die Elektronen auf Ubichinon, das dadurch zu Ubichinol (QH2) reduziert wird. Die Energie, die bei diesem Prozess frei wird, treibt 4 Protonen von der Matrix in den Intermembranraum der Mitochondrien. Eisen sollte daher nicht nur auf seine Bedeutung für die Hämoglobin Bildung reduziert werden. Mitochondriopathien erfordern oft eine Substitution mit Eisen.

Vitamin D

Vitamin D3 spielt ebenfalls eine Rolle bei der Funktion der Mitochondrien. Bei menschlichen Muskelzellen konnte nachgewiesen werden, dass Vitamin D3 die Sauerstoffausschöpfung der Mitochondrien erhöhte. Auch andere Stoffwechselfunktionen der Mitochondrien wurden verändert[1].

Vitamin K2

Dieses fettlösliche Vitamin steigert die ATP-Produktion in den Mitochondrien. Darüber hinaus können mitochondriale Schäden der Zellen durch Vitamin K2 vermieden und/oder repariert werden. Daraus resultiert, dass Vitamin K2 gegen eine mitochondriale Dysfunktion wirkt und eine normale ATP Produktion unterstützt.

 

Vitamin E

Es schützt als Antioxidans die Zellen und zusammen mit Coenzym Q10 auch die Mitochondrien vor schädlichen Radikalen. Zusätzlich versorgt Vitamin E den Körper mit Sauerstoff, den er für die ATP-Synthese in den Mitochondrien benötigt.

 

Vitamin A

Vitamin A ist für den Stoffwechsel der Mitochondrien wichtig. Das Vitamin ist ein essentieller Cofaktor des Enzyms ATP-Synthase. Fehlt dieses Vitamin, kann die Aktivität der Mitochondrien stark zurückgehen.

 

Mangan

Mangan spielt bei dem antioxidativen Schutz der Mitochondrien eine Rolle. Eine unzureichende Mangankonzentration im Körper kann zu Zell-, Mitochondrien- und Genomschäden führen, da freie Radikale die Zelle in ihrer Funktion beeinträchtigen.

Mangan ist Bestandteil der Superoxid-Dismutase (SOD-2), die für den antioxidativen Schutz der Mitochondrien eine große Bedeutung hat.

Carnitin

Carnitin ist ein Transportmolekül für langkettige Fettsäuren in die Mitochondrien, d.h. bei einem Carnitinmangel ist die Einschleusung der genannten Fettsäuren durch die innere Membran gestört, wodurch sich auch die Energiebildung reduziert. Neben dem Fettsäuretransport ist Carnitin auch für die Entgiftung der Mitochondrien von Bedeutung.

Aminosäuren

Aminosäuren und ihre Derivate sind wichtig für die Mitochondrienfunktion. Wissenschaftler aus Barcelona publizierten 2009, dass das Glutathion in den Mitochondrien die wichtigste Substanz zur Aufrechterhaltung des Redoxgleichgewichts in den Mitochondrien ist. Die Bedeutung des mitochondrialen Glutathion besteht nicht nur darin, dass es in relativ hohen Konzentrationen vorkommt, sondern dass es viele verschiedene Substanzen entgiften kann z.B. Xenobiotika,
Wasserstoffperoxid und Lipidperoxide. Zahlreiche Erkrankungen sind durch einen konsistenten  Abfall der mitochondrialen Glutathion-(GSH)-Konzentration gekennzeichnet.

2012 wurde publiziert, dass Taurin als Regulator der mitochondrialen Proteinsynthese wirkt und dadurch die Aktivität der Atmungskette verbessert und die Mitochondrien gegen eine vermehrte Bildung von Superoxidans-Ionen schützt. Wie aus einem weiteren Fachartikel hervorgeht, kann Taurin auch durch eine Verbesserung der Mitochondrienfunktion die Toxizität von Glutamat in Nervenzellen vermindern.

 

[1] Zachary C. Ryan, Theodore A. Craig et a.: 1α,25-Dihydroxyvitamin D3 Regulates Mitochondrial Oxygen Consumption and Dynamics in Human Skeletal Muscle Cells; J Biol Chem. 2016 15;291(3): 1514-28

Mangelernährung im Alter mit Vitalstoffen vorbeugen

Mangelernährung im Alter mit Vitalstoffen vorbeugen

Mangelernährung im Alter vorbeugen mit Vitalstoffen

Mangelernährung bei älteren Menschen in einem hochindustrialisierten Land, wie Deutschland, scheint eigentlich unvorstellbar. Doch gerade im höheren Lebensalter ist dies weit verbreitet, die Gründe dafür sind vielfältig. Gerade ältere Menschen ernähren sich oft hypokalorisch und sind nicht in der Lage sich ständig mit frischen Lebensmitteln zu versorgen. Eklatant wird die Situation, wenn ältere Menschen im Altersheim oder Pflegeheim leben. Der Vitalstoffgehalt der dort abgegebenen Nahrung ist verarbeitungsbedingt sehr niedrig, so dass Bewohner/innen in sozialen Einrichtungen in der Regel einen Vitalstoffmangel aufweisen. Die Gruppe der älteren Menschen sind auch diejenigen, die am meisten Medikamente benötigen. Da viele medizinische Wirkstoffe jedoch die Vitalstoffaufnahme aus der Nahrung behindern, verstärkt sich der Mangelzustand zum Teil erheblich.

Zusammengefasst stellt sich die Situation bzgl. der Vitalstoffversorgung im Alter wie folgt dar. Ältere Menschen:

  • haben einen verminderten Grund- und Leistungsumsatz. Dies vermindert die Resorption der Vitalstoffe.
  • haben einen deutlich verminderten Appetit, was mit einer verminderten Nahrungsaufnahme einhergeht. Ursächlich ist ein beschleunigtes Sättigungsgefühl bedingt durch eine verminderte Dehnbarkeit des Verdauungsapparates und einer verminderten Produktion von Sättigungshormonen wie das Cholezystokinin.
  • trinken in der Regel zu wenig Flüssigkeit (Wasser), was die Resorption von Vitalstoffen behindert.
  • haben oft Störungen des Gebisses oder leiden an Schluckbeschwerden und Geschmackverlust. Essen wird so oft zur Qual und eine Mangelversorgung ist vorprogrammiert.
  • haben chronische Verdauungsstörungen wie Gastritis, Divertikulitis und Reizdarm. Hierdurch wird die Vitalstoffaufnahme massiv behindert.
  • Haben altersbedingt eine massiv reduzierte Eigensynthese vieler Vitalstoffe wie Vitamin K2, Vitamin D und Coenzym Q10. Ein Ausgleich über die Nahrung alleine, ist in der Regel, nicht möglich.
  • Oft einen Mangel an schwer resorbierbare Vitalstoffe wie zum Beispiel Karotinoide, Folsäure und Vitamin B12. Diese werden durch die oben beschriebenen Mechanismen schlecht bis, gar nicht resorbiert.
  • Haben einen erhöhten Bedarf an etlichen Vitalstoffen wie Vitamin D, Vitamin B12, Vitamin B6 und Vitamin C, trotz der verminderten Resorption.

 

Da die Mikronährstoffe in der Ernährungsmedizin als die „Wirksubstrate“ des Körpers gelten, ist es nur logisch, dass eine Vitalstoffsupplementation für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit des älteren Menschen elementar ist. Im Folgenden werden die wichtigsten Vitalstoffe für ältere Menschen beschrieben.

Coenzym Q10

Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Vitaminoid. Das sind Substanzen, die ähnliche Wirkungen wie Vitamine haben, der Körper aber teilweise selber herstellen kann. Beim Coenzym Q10 funktioniert die Eigenproduktion altersabhängig etwa bis zum 40. Lebensjahr. Danach wird dieser Vitalstoff essentiell, das bedeutet er muss von außen zugeführt werden um die benötigten mindestens 100 mg Coenzym Q10 am Tag zu erreichen. Über die Nahrung können täglich maximal 20 mg erreicht werden. Die besondere Bedeutung des Coenzym Q10 liegt in seiner Rolle bei der sogenannten Atmungsketten-Phosphorylierung. In diesem enzymatischen Prozess wird die für uns notwendige Energie in Form von Adenosintriphosphat (ATP) gebildet. Die ATP-Bildung geschieht in den Kraftwerken der Zellen, in den sogenannten Mitochondrien. Hierbei handelt es sich um Bakterien, die in unsere Körperzellen vor Urzeiten eingewandert sind und mit unseren Zellen in Symbiose getreten sind. Pro Zelle haben wir ca. 4.000 bis 11.000 Mitochondrien. Da der menschliche Organismus aus ca. 80 Billionen Zellen besteht, besitzen wir eine gigantische Zahl an Mitochondrien. 95 Prozent der Energiebildung in den Mitochondrien ist vom Coenzym Q10 abhängig. Schon ein Verlust von wenigen Prozent an Coenzym Q10 vermindert die körperliche Energiebildung deutlich und der Organismus wird leichter krank. Das belegen Untersuchungen von Q10-Plasmaspiegeln bei diversen Krankheitsbildern. Bei älteren Menschen ist die Coenzym-Q10-Produktion oft um mehr als die Hälfte erniedrigt. Der daraus resultierende Energieverlust erklärt das häufige Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen wie z.B. eine Herzinsuffizienz. In der Q-Symbio Studie von Mortensen et al. konnte die Zugabe von 300 mg Coenzym Q10 bei Herzinsuffizienz die Mortalität bei den europäischen Studienteilnehmern um gut 53 Prozent senken. Dies ist ein einzigartiges Ergebnis, denn die Herzinsuffizienz gilt eigentlich als nicht heilbar. Die eingesetzten Medikamente dienen lediglich zu einer Verlangsamung des Krankheitsverlaufes.

Sehr oft wird – vor allem in Internet – über die Art der Supplementation von Coenzym Q10 kontrovers diskutiert. Als Nahrungsergänzungsmittel werden oxidiertes Coenzym Q10 (Ubiquinon) und reduziertes Coenzym Q10 (Ubiquinol) auf dem deutschen Markt angeboten. Eigentlich ist es nicht relevant, welche Oxidationsstufe gegeben wird, da beide Formen in den Mitochondrien enthalten sind und das Coenzym Q10 seinen Oxidationsstatus pro Sekunde mehrere tausendmal wechselt. Das aktive oxidiertes Coenzym Q10 wird kurz nach der Einnahme in die reduzierte Form umgewandelt. Auch das Coenzym Q10, das mit der Nahrung aufgenommen wird ist die oxidierte Form. Alle großen medizinischen Studien sind mit oxidiertem Coenzym Q10 durchgeführt worden, so dass die Wirksamkeit und Sicherheit gewährleistet ist. Zudem ist oxidiertes Coenzym Q10 (z.B. Q10 Bio Qinon Gold) oft günstiger als das reduzierte Q10.

Selen

Dieses Spurenelement ist für Vitalität und Gesundheit unerlässlich. Bisher sind 21 sogenannte Selenoproteine bekannt, die für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit unerlässlich sind. Speziell zur Abwehr freier Radikale, für ein funktionierendes Immunsystem ist Selen wichtig. Leider ist die Versorgung mit Selen hierzulande über die Nahrung in keiner Altersstufe ausreichend und verschärft sich mit zunehmendem Lebensalter. Deswegen sollten ältere Menschen täglich 100 µg bis 200 µg Selen zusätzlich zur Nahrung ergänzen. Wie vorteilhaft das ist, hat die Kisel10 Studie von Alehagen et al. bewiesen. In dieser Studie erhielten gesunde Seniorinnen und Senioren 200 µg Selen in Kombination mit 200 mg Coenzym Q10. Dies führte zu einer Reduzierung der Todesfälle für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um gut 50 Prozent. Wird Selen supplementiert, so sollte auf organisches Selen zurückgegriffen werden. Organisches Selen wird am besten resorbiert, bildet Speicher und die Halbwertzeit im Körper stellt eine ausreichende Versorgung, aller Selenoproteine, in der Regel sicher.

Vitamin D

Bei Vitamin D handelt es sich nicht um ein klassisches Vitamin (vitales Amin) sondern um eine Hormonvorstufe. Ein geringer Anteil an Vitamin D kann über die Nahrung zugeführt werden und es existiert auch in der Haut – allerdings nur bei entsprechender Sonnenexposition – eine Eigensynthese. Schon bei jüngeren Menschen sind beide Wege nicht ausreichend, so dass gut 80% der Deutschen – zumindest in den Wintermonaten – unter einem Vitamin-D-Mangel leiden. Im Alter ist dies deutlich stärker der Fall, denn sowohl die enterale Resorption als auch die Vitamin-D-Bildung in der Haut sind erheblich reduziert. Das ist für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit sehr abträglich, denn Vitamin D steigert die Leistungsfähigkeit unseres Immunsystems, beugt Krebserkrankungen vor, stärkt die Kochenmatrix und schützt so vor der Entstehung einer Osteoporose. Vitamin D reduziert ebenfalls eine Atherosklerose Bildung in den Arterien und einen zu hohen Blutdruck. All diese Wirkungen sind nur möglich, wenn das Vitamin D täglich zugeführt wird. Idealerweise sollten 1500 IE bis 3000 IE Einheiten Vitamin D3 täglich ergänzt werden. Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D2 sind weniger effektiv, da eine höhere Dosis benötigt wird um die gleichen Effekte wie beim Vitamin D3 zu erzielen, außerdem konnte in Sturz- und Frakturprophylaxe-Studien (Bischoff-Ferrari et al. 2009) festgestellt werden, dass hier das Vitamin D3 eine bessere Wirkung zeigt.

Magnesium

Im Alter kommt es schnell zu einem Magnesiummangel, denn die Zufuhr nimmt aufgrund reduzierter Nahrungsaufnahme ab – vor allem schwer verdauliche magnesiumreiche Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte werden gemieden – aber der Bedarf an dem Mineralstoff bleibt gleich. Durch Magnesiummangel steigt das Risiko für Krankheiten wie Diabetes mellitus und Herzkrankheiten wie Herzrhythmusstörungen, an. Auch die von älteren Menschen häufig beklagten Verstopfungen beruhen oft auf einem Magnesiummangel. Der Mineralstoff bessert zusätzlich den Schlaf – viele alte Menschen klagen unter Schlafstörungen – der oft ein Ausdruck eines Magnesium-Mangels ist. Magnesium stabilisiert biologische Zellmembranen und regelt deren Durchlässigkeit für Elektrolyte. Der Mineralstoff sorgt daher für das biologische Gleichgewicht des Mineralstoffhaushalts aller Körperzellen und ist Ko-Faktor der Natrium-Kalium-Zellpumpe. Magnesium spielt eine zentrale Rolle bei der Kalium-Homöostase, es beeinflusst die Verteilung von Kalium im intra- und extrazellulären Bereich. Bei einem Magnesiummangel werden die Kaliumkanäle beeinflusst und die Durchlässigkeit der Zellmembranen für Kalium erhöht. Dadurch kommt es bei einem Magnesiummangel in der Folge zur Hypokaliämie, der häufig begleitet wird durch eine Hypokalziämie, sowie eine erhöhte Ausscheidung von Phosphat und Kalium  über die Nieren. Eine reine Kaliumtherapie ist in diesem Fall nicht effektiv, erst wenn der Magnesiummangel beseitigt ist, kann die Hypokaliämie erfolgreich therapiert werden. Ein Kaliummangel im Alter ist häufig anzutreffen, zumal dieser durch Medikamente verstärkt werden kann. Er hat weitreichende Folgen auf den Blutdruck und das Risiko für Schlaganfälle steigt. In Seniorenheimen konnte bei 36% der Bewohner ein ausgeprägter Magnesiummangel nachgewiesen werden, aber auch latente Mängel sind in der gesamten Bevölkerung weit verbreitet.

Eingedenk dieser Tatsachen sollten ältere Menschen täglich 200 mg bis 400 mg Magnesium zu sich nehmen. Hierbei ist zu beachten, dass Einzeldosen nicht mehr als 250 mg betragen sollten. Um eine optimale Versorgung des Organismus zu gewährleisten sollte die tägliche Dosis, ab 200 mg, daher auf morgens und abends verteilt werden.

Zink

Zink gehört zu den essentiellen Spurenelementen und muss mit der Nahrung zugeführt werden. Es ist zentraler Bestandteil von über 200 Enzymen und damit entscheidend für alle Vorgänge die eine Protein Synthese erfordern wie Zellproliferation, Zellwachstum, Wundheilung, Körperwachstum und Rekonvaleszenz bei Krankheiten, vor allem wenn diese eine infektiöse Ursache haben. Ein alimentär bedingter Zinkmangel ist im Alter sehr häufig und mit folgenden Symptomen vergesellschaftet:

Appetitverlust, Gewichtsabnahme, periorifizielle Ekzeme, schuppige, trockene Hautekzeme, gestörter Geschmacks- und Geruchssinn, Zunahme der Infektionshäufigkeit, Anämie, dünne, spröde Haare, Stomatitis, Glossitis, Depression, Stimmungslabilität, Apathie und Demenz.

Diese Symptome werden in der Regel mit dem Alter begründet und sollten in der Zukunft daher auch als Vitalstoffdefizit gesehen werden.

Omega 3 Fettsäuren

Omega 3 Fettsäuren haben vielfältige Funktionen im Organismus. Sie verbessern die Immunfunktion, die kognitiven Fähigkeiten und schützen vor Thrombosen. Auch ältere Menschen könnten über die Nahrung durch entsprechenden Fischverzehr genügend Omega 3 Fettsäuren zuführen, doch ist in der Regel eine Supplementation einfacher und für die Dauerversorgung sicherer. Eine tägliche Zufuhr von 1000 mg bis 3000 mg hat sich in der Praxis bewährt.

Carnitin

Das im Alter die Muskelmasse abnimmt ist physiologisch. Ab dem 60. Lebensjahr liegt der Kraftverlust bei gut drei Prozent im Jahr. Carnitin kann diesen Prozess zumindest verlangsamen und so dazu beitragen die Muskelkraft möglichst lange aufrecht zu erhalten. Dies trifft auch für den Herzmuskel zu, wo Carnitin hilft einer Herzinsuffizienz bzw. Kardiomyopathie vorzubeugen.

Pycnogenol

Hierbei handelt um Pflanzenbegleitstoffe die aus den Rinden der französischen Seekiefer (Pinus pinaster) gewonnen werden. Pycnogenol ist stark entzündungshemmend wirksam und wirkt vor allem der Überoxidation der älteren Haut entgegen. Da ältere Menschen oft über trockene und rissige Haut klagen und zudem oft sogenannte „Alterswarzen“ beklagen, ist Pycnogenol ein sinnvolles Supplement.

Fazit

Mangelernährung und damit verbunden Mängel an Vitalstoffen sind im Alter regelmäßig anzutreffen. Eine entsprechende Supplementation mit Vitalstoffen schützt vor Infektionen, typischen Alterskrankheiten und hilft die geistige und körperliche Fitness lange zu erhalten.

 

 

Vitalstoffe in der Schmerztherapie

Vitalstoffe in der Schmerztherapie

Wie Mikronährstoffe die Schmerztherapie unterstützen können.

Mikronährstoffe werden in der Schmerztherapie leider bisher selten eingesetzt, obwohl sie in diesem Bereich wichtige Aufgaben erfüllen können. Sie können zur Schmerzbekämpfung eingesetzt werden, Nebenwirkungen reduzieren und sogar die Medikamentendosis verringern.

Wir entstehen Schmerzen

Schmerz entsteht in den Schmerzsinneszellen, dabei handelt es sich um freie Nervenendigungen, die auf thermische, mechanische oder chemische Reize reagieren. Darüber hinaus gibt es Schmerzmediatoren die das Schmerzempfinden erhöhen können. Hierzu zählen die Prostaglandine, Bradykinine und das Serotonin. Aber auch Sauerstoffmangel, oder Veränderungen des pH-Wertes können das Schmerzempfinden verstärken.

Unser zentrales Nervensystem verarbeitet und interpretiert den Schmerz, der immer eine Reaktion im Organismus auslöst. Auch wenn er als unangenehm eingestuft wird, dient der Schmerz dem Schutz unseres Körpers vor einer Schädigung. Ein durch Unfall beschädigtes Gelenk schmerzt, damit es entlastet wird und so gravierende Folgeschäden zu vermeiden.

Oftmals werden im Bereich der Schmerztherapie Medikamente verabreicht, die zu Nebenwirkungen führen. Das ist nicht immer notwendig, denn Mikronährstoffe sind eine nebenwirkungsfreie Therapiealternative bei Schmerzen. Die wichtigsten für die Schmerztherapie erforderlichen Vitalstoffe möchten wir im Folgenden gerne vorstellen.

Der Mikronährstoff Coenzym Q10 hilft bei Kopfschmerzen und Migräne

95 Prozent der Energiebildung in den Mitochondrien ist vom Coenzym Q10 abhängig. Schon ein Verlust von wenigen Prozent an diesem Vitaminoid vermindert die körperliche Energiebildung deutlich und der Organismus verliert seine Widerstandsfähigkeit gegen Erkrankungen. Die Energiebildung beeinflusst auch die Bildung von hemmenden oder stimulierenden Überträgerstoffen der Nervenzellen, die die Schmerzintensität und das Schmerzempfinden maßgeblich beeinflussen können. Diese Überträgerstoffe werden in bestimmten Zellorganellen, dem sogenannten Golgi-Apparat gebildet und dann unter Energieverbrauch aus der Zelle geschleust. Coenzym Q10 stellt über die Atmungsketten-Phosphorylierung den Energiebedarf sicher und sorgt für die nötige Fluidität an der Zellmembran, damit die Botenstoffe ausgeschleust werden können. Bei einem Mangel des Mikronährstoffs Coenzym-Q10– fehlen häufig die Schmerzempfindung hemmenden Botenstoffe, so dass sich eine gute Coenzym-Q10-Versorgung schmerzreduzierend auswirken kann.

Erfahrungen aus der eigenen Praxis belegen diesen Zusammenhang. Ungefähr 80 Prozent der Patienten, die bei einem banalen Kopfschmerz auf Medikamente wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen verzichten, berichten von einem schnellen sistieren der Schmerzen, wenn einmalig 100 mg Coenzym Q10 eingenommen werden.

Aber auch bei der Behandlung der Migräne scheint Coenzym Q10 eine gute Therapieoption zu sein. Auch hier reagieren gut zwei Drittel der Migränepatienten sehr gut auf die Behandlung mit Coenzym Q10.

Fallbeispiel

Eine 43-jährige Patientin stellte sich wegen chronischer Migräne in der Praxis vor. Die Patientin gibt an, seit zirka dem Beginn der Pubertät an chronischer Migräne zu leiden. Derzeit hat sie vier bis sechs Migräneattacken pro Monat. Da diese Anfälle in der Regel zwei bis drei Tage anhalten, ist sie nicht arbeitsfähig. Die Patientin wird mittels Triptanen und NSAR behandelt. Zunächst wurden der Patientin 2×100 mg Coenzym Q10 empfohlen. Schon nach kurzer Zeit berichtete die Patientin, dass die Migräneattacken nun deutlich besser zu ertragen waren und weniger Medikamente eingesetzt werden mussten. Zur Optimierung der Therapie wurde die Dosis auf 300 mg Coenzym Q10 am Tag gesteigert. Dadurch ist nicht nur die Schmerzempfindung deutlich verbessert worden, sondern die Anfall Häufigkeit liegt jetzt nur noch bei ein bis zwei Migräneattacken im Quartal.

Der Mikronährstoff Selen ist an der Schmerzverarbeitung beteiligt

Selen ist an der Funktion von 21 sogenannten Selenoproteinen beteiligt. Viele dieser Selenoproteine sind an der Schmerzverarbeitung beteiligt. So hängt bei Schmerzpatienten die Serotoninproduktion auch von einer ausreichenden Zufuhr an Selen ab. Gerade Serotonin wird bei chronischen Schmerzpatienten sehr stark verbraucht. Ein Serotoninmangel steigert jedoch das Schmerzempfinden und fördert eine depressive Grundstimmung.

Selen ist auch Bestandteil des wichtigsten endogenen Antioxidans-Systems des Menschen, der Glutathionperoxidase (GPS). Die GPS neutralisiert die hochaggressiven Hydroxyperoxid- und diverse Sauerstoffradikale. Diese entfalten ihre schädigende Wirkung vor allem im Mikrobiom Darm. Eine Schädigung des Mikrobioms ist bei Schmerzpatienten, die an chronischen oder schwersten Schmerzen leiden, fatal. Diese Menschen benötigen oft Schmerzmedikamente vom Opiat Typ. Eine häufige Nebenwirkung dieser Medikamente ist eine Darmträgheit bis hin zum Darmverschluss. Diese Komplikation geschieht umso schneller und stärker, je höher der oxidative Stress im Mikrobiom Darm ist. Eine Reduzierung des oxidativen Stresses im Darmtrakt fördert unter der Opiattherapie die Darmmotilität und verbessert den Behandlungserfolg. Ein Fallbeispiel soll verdeutlichen, warum Selen ein geeigneter Mikronährstoff in der Schmerztherapie ist.

Fallbeispiel

Ein 47-Jähriger Patient mit positiven progredienten Morbus Bechterew ist zur Schmerzbekämpfung auf die regelmäßige Applikation von Fentanyl-Schmerzpflaster angewiesen. Dies führt in der Regel zu Darmträgheit bis hin zum paralytischen Ileus. Seit der Patient 200 µg organisches Selen, verteilt auf zwei Einzeldosen, einnimmt, sind Ileus ähnliche Zustände nicht mehr aufgetreten. Durch den zusätzlichen Einsatz von Coenzym Q10 und anderen Vitalstoffen hat sich das Schmerzempfinden insgesamt reduziert und der Patient kann wieder am sozialen Leben teilhaben.  

Vitamin D unterstützt die Schmerzreduktion

Ein Mangel an Vitamin D ist mit einer Vielzahl verschiedener Schmerzerkrankungen assoziiert. Hierzu zählen Cephalgie, Fibromyalgie, alle Formen von Gelenkschmerzen und vor allem die chronische Lumboischialgie. Ein dauerhafter Vitamin- D-Mangel führt zu einer erheblichen Schädigung des Immunsystems, das in der Folge zu extrem starken Schmerzen führen kann. Davon betroffen sind besonders Menschen mit Schmerzen aufgrund einer Autoimmunerkrankung, wie z.B. rheumatoide Arthritis oder Menschen mit neuropathischen Schmerzen aufgrund einer Multiplen Sklerose. Mittlerweile haben viele Patienten mit Multipler Sklerose aus dem eigenen Kollektiv Vitamin D und andere Vitalstoffe supplementiert und reagieren mit einer deutlichen Schmerzreduzierung und einer Reduzierung der Schubhäufigkeit.

Magnesium lindert muskuloskelettale Schmerzen

In der Schmerztherapie ist Magnesium ein wesentlicher Mikronährstoff. Magnesium setzt die Erregbarkeit von Muskeln und Nerven herab. Es beeinflusst die Erregungsleitung und reguliert die Muskelkontraktionen der Skelettmuskulatur, des Herzens, der Blutgefäße und der Gebärmutter. Magnesium sorgt für ein entspanntes Funktionieren aller Muskelzellen, sowie des zentralen Nervensystems. Aufgrund seiner Funktionsweise ist Magnesium bei allen Formen von muskuloskelettalen Schmerzen lindernd wirksam.

Fallbeispiel:

Eine 53-jährige Patientin klagt seit Jahren über unspezifische diffuse Schmerzen im rechten Oberschenkel. Trotz aufwendiger Untersuchungen konnte keine Ursache eruiert werden. Die Patientin wurde daraufhin probatorisch mit 2×200 mg Magnesium am Tag versorgt. In der Folge kam es zu einem kontinuierlichen Rückgang der Schmerzen bis hin zu einer völligen Schmerzfreiheit. Auch nach Monaten hält diese immer noch an. Als die Patientin die tägliche Magnesium-Zufuhr einstellte, kamen schon nach drei Tagen die Beschwerden wieder zurück.

B-Vitamine wirken bei neuropathischen Schmerzen

Die wasserlöslichen B-Vitamine sind in vielfältiger Hinsicht für alle Nervenfunktionen in unserem Körper zuständig. Es verwundert daher nicht, dass sie vor allem bei sämtlichen Formen der neuropathischen Schmerzen und auch bei der sehr häufigen Polyneuropathie wirksam sind.

MSM, der Mikronährstoff für Gelenkschmerzen

Als Bestandteil von Chondroitinsulfat spielt Schwefel eine Rolle für die Stabilität des Gelenkknorpels. In der Schmerztherapie wird der Vitalstoff MSM mit oder ohne Chondroitin gerne empfohlen. Akute oder massive Schmerzlinderungen sind allerdings nicht die Domäne von MSM. Vielmehr scheint sich bei langfristiger Einnahme die Gelenksituation zu stabilisieren, so dass es langfristig zu einer Schmerzreduktion kommen kann.

Der Mikronährstoff Pycnogenol lindert rheumatische Schmerzen

Hierbei handelt es sich um eine komplexe Mischung aus über 1000 verschiedenen Phytofaktoren und Bioflavonoiden , aus der Rinde der französischen Meereskiefer. Die analgetische Wirkung besteht vor allem bei Schmerzen durch Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises.

Die Wirkung beruht in einer Reduzierung der Schmerzvermittelnden COX Enzyme. Gemäß einer randomisierten Studie konnte nach drei Monaten Therapie eine Reduzierung der Schmerzen um 43% erreicht werden, auch die Gelenksteifigkeit verringerte sich um 35%[1].

Vitamin K kann Schmerzen bei Athritis lindern

Das Vitamin-K2-abhängige Periostin vermindert Kalkablagerungen in der extrazellulären Matrix von Weichteilgeweben, wie Knorpel und sorgt so für deren Elastizität. Bisher gibt es nur wenige Studien dazu. Ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Vitamin-K-Status und Osteoarthritis in Hand und Knie konnte jedoch in einer Beobachtungsstudie festgestellt werden[2].

FAZIT: Mikronährstoffe sind eine Möglichkeit, um Schmerzen zu reduzieren und sollten als nebenwirkungsfreie Therapie häufiger Beachtung finden.

 

[1] Farid R, Mirfeizi Z, Mirheidari M, et al. 2007; SVOS. 2008

 

[2] Neogi, et al., Low vitamin K status is associated with osteoarthritis in the hand and knee. Arthritis

Schilddrüsenerkrankungen mit Mikronährstoffen behandeln

Schilddrüsenerkrankungen mit Mikronährstoffen behandeln

Vitamine und Mikronährstoffe unterstützen die gesunde Funktion der Schilddrüse. Mehr noch, ein Vitalstoffmangel kann eine Schilddrüsenerkrankung sogar begünstigen.

Mikronährstoffe sind für eine gesunde Schilddrüse essentiell
Schilddrüsenerkrankungen sind meist unabhängig vom Alter. Tatsächlich hat in Deutschland zirka jeder Dritte eine Störung oder Krankheit der Schilddrüse. Am bekanntesten sind die Schilddrüsenunterfunktionen und Schilddrüsenüberfunktionen. Sehr weit verbreitet ist auch der sogenannte Morbus Hashimoto. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die zumeist mit einer Schilddrüsenunterfunktion vergesellschaftet ist.
Die Schilddrüse benötigt verschiedene Mikronährstoffe, um ihre Funktionen richtig entfalten zu können. Insbesondere die Spurenelemente sind für die Schilddrüse von großer Bedeutung, da ein Mangel dieser eine Schilddrüsenunterfunktion hervorrufen kann.
Über die entsprechenden Vitalstoffe und ihren Wirkungen auf die Schilddrüse möchten wir im Folgenden aufklären.

 

Jod ein wesentlicher Vitalstoff bei Schilddrüsenerkrankungen
Jod spielt für die Gesundheit der Schilddrüse eine entscheidende Rolle, denn nur in Gegenwart von Jod können Schilddrüsenhormone gebildet werden. Das Problem ist, dass der menschliche Körper Jod nicht selber herstellen kann und ebenfalls kaum speichern. Dadurch wird Jod zu einem essentiellen Spurenelement, das man ständig über die Nahrung zuführen sollte, da die Schilddrüse 80 Prozent der Gesamtmenge täglich verbraucht. Der tägliche Jodbedarf beim Erwachsenen liegt bei 150 µg bis 200 µg, bei Kindern und Jugendlichen ist dieser fast gleich hoch. Bei Schwangeren muss beachtet werden, dass hier zwei Schilddrüsen zu versorgen sind. Schwangere neigen bei Jodmangel zur Kropfbildung und die Feten zu Entwicklungsstörungen des Nervensystems oder des Gehirns.

 

Selen ist für die Schilddrüsenfunktion essentiell
Das Schilddrüsenhormon T3 wird über diverse Selenoproteine (Deiodasen) aktiviert. Bei den meisten Menschen werden die Deiodasen 1 bis 3 nicht ausreichend mit Selen versorgt, da in Deutschland kaum jemand die von der DGE geforderten 95µg Selen pro Tag erreicht. In diesem Fall ist eine Supplementation von Selen sehr hilfreich. Wenn die Deiodasen wieder mit Selen versorgt werden, aktivieren sie das Schilddrüsenhormon T3 und hypothyreote (Schilddrüsenunterfunktion) Zustände werden oft überwunden. Vor allem beim Morbus Hashimoto ist das positiv auffällig. Bei dieser Autoimmunerkrankung der Schilddrüse kommt es oft zu Hypothyreose ähnlichen Symptomen, aber auch unspezifischen Symptomen wie chronisches Müdigkeitssyndrom, Gewichtszunahme etc. Oft werden die Zustände mit den Wechseljahre Beschwerden verwechselt und die betroffenen Frauen werden daher falsch behandelt. Dies ist tragisch, denn würde man hier Selen einsetzen, käme es innerhalb kurzer Zeit zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden. Bei einer Autoimmunerkrankung ist der oxidative Stress sehr hoch. Um diesen zu neutralisieren benötigt der Organismus wiederum genügend Selen, damit dieses dem wichtigsten endogenen Antioxidans System Glutathionperoxidase ausreichend zu Verfügung steht. Nur so können die zu viel auftretenden freien Radikale eliminiert werden.

 

Coenzym Q10 versorgt die Schilddrüse mit Energie
Alle Funktionen der Schilddrüse sind mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Dies gilt vor allem bei Erkrankungen der Schilddrüse wie Morbus Hashimoto und Morbus Basedow. Viele dieser Patienten fühlen sich oft müde und schlapp und sind in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit deutlich eingeschränkt. Die Energiebildung in den Mitochondrien ist in hohem Maße vom Vorhandensein von Coenzym Q10 abhängig. Bei Erkrankungen der Schilddrüse ist der Energiebedarf so hoch, dass eine Supplementation von 100 bis 200 mg Coenzym Q10 auf jeden Fall sinnvoll ist. Am besten bioverfügbar ist oxidiertes Coenzym Q10.

 

Vitamin D steuert die Bildung von Schilddrüsenhormonen
Der Vitalstoff Vitamin D steuert eine Vielzahl von hormonabhängigen Körperfunktionen[1], darunter auch die Bildung von Schilddrüsenhormonen. Speziell die Selenoproteine „Deiodase 1 bis 3“ werden in Gegenwart von Vitamin D gebildet und mit Selen aktiviert.
Bekanntermaßen können die diversen Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse nur über ein stabiles Immunsystem in Schach gehalten werden. Vitamin D stabilisiert die Darmflora, die einen wesentlichen Beitrag zu unserem Immunsystem leistet.. Liegt ein Vitamin-D-Mangel vor, kommt es zu einem Mangel an immunkompetenten Zellen, die die Schilddrüse zur Bekämpfung von Autoimmunerkrankungen benötigt[2].
In diversen Studien konnte gezeigt werden, dass bei einem Vitamin D-Mangel Antikörper gegen die thyreoidale Peroxidase (TPO-AK) oder TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK) erhöht sind. TPO-AK Werte sind bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse wie Morbus Hashimoto erhöht und weisen auf eine hohe Entzündungsaktivität hin. Hohe TRAK Antikörper-Werte weisen wiederum auf einen Morbus Basedow (Autoimmunerkrankung der Schilddrüse mit Schilddrüsenüberfunktion) hin. Typischerweise haben Menschen mit Morbus Hashimoto oder Morbus Basedow oft erniedrigte Vitamin-D-Werte und hohe Antikörper-Werte für TPO-AK oder TRAK-AK. Nicht geklärt ist, ob niedrige Vitamin-D-Spiegel einen Morbus Hashimoto oder Morbus Basedow auslösen oder ob diese Krankheiten zu einem Vitamin D Mangel führen[3]. Auch wird vermutet, dass niedrige Vitamin-D-Werte Schilddrüsenkrebs begünstigen können, allerdings ist die Datenlage hier nicht eindeutig[4].

 

Zink ist an der Bildung von Schilddrüsenhormonen beteiligt
Der Mikronährstoff Zink stärkt zusammen mit Selen das Immunsystem und ist direkt an der Bildung von Schilddrüsenhormonen beteiligt. Ein Zinkmangel ist daher in den meisten Fällen mit einem Mangel an Schilddrüsenhormonen und damit einer Hypothyreose assoziiert. Daraus resultiert ein Teufelskreis, denn zur Resorption sind wiederum Schilddrüsenhormone notwendig, so dass sich der Zinkmangel ohne Supplementation dauerhaft steigert. Aus diesem Grund hat sich im eigenen Patientenkollektiv die Kombination aus organischem Selen mit Zink gut bewährt.

 

Vitamin K ist ein wesentlicher Transporter für Schilddrüsenhormone
Das Protein Transthyretin ist ein Transportprotein, das Schilddrüsenhormone im Serum transportiert. Damit es seine Funktion entfalten kann, muss es durch Vitamin K carboxyliert werden. Ohne diesen Transporter ist die Schilddrüsenfunktion eingeschränkt. An dieses Protein sollte man bei Therapie refraktären Schilddrüsenstörungen denken.

 

Magnesiumwird für die Synthese der Schilddrüsenhormone benötigt
Bei einer länger bestehenden Hypothyreose oder bei einem Morbus Hashimoto kommt es zu einer Stoffwechselverlangsamung. Dies führt dazu, dass nicht genügend Magnesium aus der Nahrung aufgenommen wird. Es entsteht ein Teufelskreis, denn zusammen mit Vitamin B12, Zink und diversen Aminosäuren wird Magnesium für die Synthese der Schilddrüsenhormone benötigt. Zusätzlich fördert ein Magnesium-Mangel die Produktion von entzündungsfördernden Interleukinen und speziell die unspezifischen Symptome eines Morbus Hashimoto wie Gewichtszunahme, Adynamie und chronisches Müdigkeitssyndrom nehmen in ihrer Intensität zu. Stark erniedrigte Magnesiumspiegel im Serum sind laut einer chinesischen Studie sowohl mit einer Hashimoto-Thyreoiditis als auch mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) assoziiert[5].

 

Fazit:
Egal, um welche Schilddrüsenerkrankung es sich handelt, Mikronährstoffe sind für eine funktionierende Schilddrüse von großer Bedeutung, was wir mit einem abschließenden Fallbeispiel gerne noch mal verdeutlichen möchten:
Eine 80 jährige Patienten mit bekanntem Morbus Basedow stellte sich in der Praxis vor. Obwohl sie mit Carbimazol behandelt wurde, nahmen die Beschwerden zu. Insbesondere zunehmende Kreislauffunktionsstörungen beeinträchtigten ihr tägliches Leben massiv. Auffällig bei dieser Patientin war, unter anderem ein sehr niedriger Vitamin-D-Wert mit 4,3 ng/ml. Die Patientin wurde mit 2-mal täglich 1500 IE Vitamin D3, Selen 100 µg, Zink 15 mg, Magnesium 200 mg, Pycnogenol 40 mg (alles 2x täglich) und einem Multivitamin-Mineralstoff-Basispräparat behandelt. Innerhalb von vier Wochen waren die Beschwerden deutlich rückläufig und sogar die erhöhten Antikörperwerte wurden in den Normbereich gesenkt. Aufgrund der relativen Beschwerdefreiheit konnte sogar die Carbimazol-Dosis auf die Hälfte reduziert werden.

[1] Feldkamp J. (2018) Gut leben mit Hashimoto: Das ganzheitliche Selbsthilfeprogramm. 1. Auflage, Trias Verlag, Stuttgart

[2] Bielsalski H.K., Grimm P. (2011) Taschenatlas Ernährung. 5. Auflage, Georg Thieme Verlag, Stuttgart

[3] Botelho I.M.B. et al. (2018) Vitamin D in Hashimoto’s thyroiditis and its relationship with thyroid function and inflammatory status. Endocr J, doi: 10.1507/endocrij.EJ18-0166

[4] Zhao J. et al. (2018) Vitamin D deficiency as a risk factor for thyroid cancer: A meta-analysis of case-control studies. Nutrition, 57:5-11, doi: 10.1016/j.nut.2018.04.015

[5] K. Wang u.a. Severely low serum magnesium is associated with increased risks of positive anti-thyroglobulin antibody and hypothyroidism: A cross-sectional study. Sci Rep. 2018 Jul 2;8(1):9904.

Vitamin D bei Kindern

Vitamin D bei Kindern

Vitamin D und seine Interaktionspartner für eine gesunde körperliche Entwicklung und schulische Leistungsfähigkeit bei Kindern.

Die Bedeutung von Vitamin D für den Knochenstoffwechsel bei Kindern im Säuglingsalter zur Vorbeugung einer Rachitis und im Alter zur Verhinderung einer Osteoporose ist hinlänglich bekannt. Vitamin D hat jedoch noch viele weitere wichtige Funktionen und ist bereits bei Kindern und Jugendlichen im Mangel, wenn es nicht regelmäßig ergänzt wird. Würde die tägliche Versorgung mit Vitamin D3 und seinen Interaktionspartnern Magnesium, Vitamin K2, Vitamin A und Zink bereits im Wachstumsalter sichergestellt werden, ließen sich viele chronischen Erkrankungen im Erwachsenenalter verhindern.

Mehr als die Hälfte der in Deutschland und Österreich lebenden Kinder haben zu niedrige Vitamin-D-Werte. Bei einer Untersuchung des Robert-Koch-Instituts wurde über 15.000 Kindern in Deutschland Blut abgenommen und dabei wurde festgestellt, dass 63 % der Kinder zu niedrige OH-D-Werte aufwiesen. Besonders oft betroffen sind dunkelhäutige Kinder, deren Haut 10 bis 50-fache Menge an UV-B-Strahlen benötigt um die gleiche Menge an Calcitriol zu bilden. Jährlich treten immer noch etwa 400 Fälle von Rachitis auf, vermehrt bei Immigrantenkindern mit dunkler Hautfarbe, die keine Prophylaxe im ersten Lebensjahr erhalten haben.

 

Warum ist Vitamin D bei Kindern wichtig?

Vitamin D ist bei Kindern wichtig für den Einbau von Kalzium und Phosphat in Knochen und Zähne, so dass sich diese, in der Wachstumsphase stabil entwickeln können. Auch die Ausbildung der Muskulatur benötigt Vitamin D, es schützt auch in jungen Jahren vor Frakturen und anderen Verletzungen, sowie vor Karies. Außerdem schützt es vor Autoimmunerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ I, Multipler Sklerose, ADHS, Autismus, Asthma, Allergien und es ist wichtig für das Immunsystem, welches sich in jungen Jahren mit zahlreichen Bakterien sowie Viren auseinandersetzen muss. Auch die Haut- und Schleimhaut benötigt für ihre Funktionen täglich Vitamin D3. Bei einem Mangel kommt es vermehrt zur Ausbildung von Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis und Akne. Diese Haut kann aber kein Vitamin D mehr bilden, so dass sich der Mangel verstärken kann. Auch Verdauungsstörungen wie das Reizdarmsyndrom, chronische Bauchschmerzen und Verstopfung mit einer Dysbiose der Darmflora können die Folge eines Vitamin D Mangels sein. Diese wiederum führt zu einer verminderten Aufnahme von zahlreichen wichtigen Vital- und Nährstoffen und führt zu einer mangelnden Bildung von Vitamin K2 im Darmtrakt.

Was passiert bei einem Vitamin K Mangel

Ein K2-Mangel führt jedoch zu einem schlechten Einbau von Kalzium in den Knochen. Es aktiviert wichtige Proteine, die Kalzium binden und zum Zielorgan transportieren und dafür sorgen, dass es auch in Knochen und Zähne eingebaut werden kann. Bei einem Mangel von beidem kommt es vermehrt zu Knochenschmerzen und Wachstumsstörungen.
Die Lebensgewohnheiten von Kindern und Jugendlichen haben sich eklatant geändert. Sie halten sich vermehrt in Räumen auf, viele bewegen sich weniger und ernähren sich zunehmend zu fett- und zuckerreich. Gut 20% der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind mittlerweile übergewichtig und davon haben wiederum etwa 5% einen Typ II Diabetes.

Was sollte man bei der Vitamin D Therapie beachten

Bei der Therapie von Vitamin D sollte ein Magnesiummangel ausgeschlossen sein, ansonsten muss dieser zusätzlich ausgeglichen werden. Magnesium ist wichtig für die Energiegewinnung und -freisetzung durch die Mitochondrien, es hat zudem Einfluss auf die Erregungsleitung der Nerven- und Muskelzellen. Es ist im Nervensystem der Gegenspieler von Kalzium und sorgt für Entspannung und bessere Konzentration, schützt vor Müdigkeit und innerer Unruhe. Kinder, die körperlich sehr aktiv sind, benötigen mehr Magnesium als Gleichaltrige ruhige Kinder. Mehrere Studien seit den späten 1990er Jahren weisen auf einen signifikanten Magnesiummangel bei Kindern mit ADHS hin, deren Symptomatik sich durch Ergänzung bessert. 

Immer häufiger werden Kinder und Jugendliche mit Methylphenidat wegen ADS oder ADHS behandelt. Methylphenidat gilt in den USA mittlerweile als Droge und hat schwerwiegende Nebenwirkungen. Speziell Vitamin D ist bei Kindern mit der Diagnose ADHS oder ADS überzufällig häufig erniedrigt. Auch ist bekannt, dass ein Vitamin D Mangel oft mit Hyperaktivität einhergeht.

Daher macht es absolut Sinn Vitamin D in der Kombination mit B-Vitaminen, Magnesium und Pycnogenol (Extrakt aus der französischen Meereskieferrinde) bei Hyperaktivitätssyndromen zu geben. Diese Kombination ist in der eigenen Praxis ähnlich erfolgreich wie Methylphenidat, ohne schwerwiegenden Nebenwirkungen befürchten zu müssen.

Wichtig ist es auch Vitamin D und Vitamin A im gleichen Verhältnis zu supplementieren. Wird eines von beiden vermehrt zugeführt, wirken die beiden Vitamine wie Gegenspieler, anstatt sich zu ergänzen. Dieser Umstand muss unbedingt bei der Akne-Therapie mit hochdosiertem Vitamin A beachtet werden.

Zusammenfassung

Jedes Kind sollte auch nach dem 2. Lebensjahr mit Vitamin D3 täglich versorgt werden. Besonders wichtig ist die tägliche Ergänzung in den Wintermonaten Oktober bis März. Kinder ab 1 Jahr sollten im Winter 1520 IE täglich bekommen, im Sommer reichen evt. auch 800 IE zusätzlich zur Sonne. Besonders wichtig ist die tägliche Versorgung für die Schulkinder (ab 8 Jahren), evtl. auch in Kombination mit Magnesium und sollte hier auf 3000 IE im Winter angehoben werden. Magnesium nicht zu hoch dosieren, hier reichen meist 100 bis 200 mg als Ergänzung, je nach Alter. Wenn K2 benötigt wird, sollte ein Präparat mit K2 MK7 all trans 100% in Kapselform extra dazu gegeben werden. Kombipräparate von Vitamin D3 und K2 sind weniger empfehlenswert, da das K2 in der Produktherstellung oft verloren geht. Kinder ab 9 Jahren und Jugendliche sollten nicht mehr als 4000 IE Vitamin D3 täglich zuführen, eine hochdosierte Vitamin-D-Therapie ist in dieser Altersklasse weder notwendig, noch sinnvoll.

Vitalstoffe in der Schwangerschaft

Vitalstoffe in der Schwangerschaft

Nie ist der Bedarf an Vitalstoffen im Leben einer Frau höher wie in der Schwangerschaft.

Ausgehend vom eigenen Patientenkollektiv der letzten 20 Jahre, führt eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen zu einer Reduzierung der Schwangerschaftsbeschwerden um gut 70 Prozent. Doch auch der Fötus profitiert deutlich von einer optimierten Vitalstoffversorgung der Mutter. So ist zum Beispiel die Gehirnreifung im Wesentlichen abhängig vom B-Vitamin B6, dem Pyridoxin.

Kinder deren Mütter regelmäßig in der Schwangerschaft Pyridoxin in Form eines B-Vitamin Komplexes bekommen, sind später von Hyperaktivitätssyndromen kaum betroffen. Dies ist wichtig, denn immer mehr Kinder und Jugendliche nehmen das Betäubungsmittel Methylphenidat, besser bekannt unter dem Handelsnamen Ritalin, welches das gängige Mittel bei „AHDS“ ist.

1993 lag der Verbrauch an Methylphenidat bei 37 kg Reinsubstanz, 2013 waren es schon 1876 kg Reinsubstanz. Bedenkt man die zum Teil lebensgefährlichen und wesensverändernden Nebenwirkungen von Methylphenidat, ist die Einnahme von Vitamin B6 im Rahmen eines Vitamin B-Komplexes in der Schwangerschaft und Stillzeit für den Nachwuchs enorm wichtig.

Ebenso finden sich bei Kindern von Vitalstoff subsituierten Müttern kaum Allergien insbesondere Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Etliche Studien belegen, dass eine optimale Vitalstoffzufuhr auch Missbildungen beim Kind verhindern kann. Bekannt ist dies vor allem beim sogenannten Neuralrohdefekt oder auch Spina bifida.

Das häufig empfohlene B-Vitamin Folsäure ist zwar wirksam, entfaltet seine Wirkung aber besser, wenn es zusammen mit allen anderen B-Vitaminen als Komplex gegeben wird.

Folgende Grundsätze bei der Versorgung von Schwangeren haben sich bewährt:

Als Basisversorgung sollte ein Multivitamin Präparat eingesetzt werden. Dieses sollte nach Möglichkeit die wasserlöslichen und fettlöslichen Vitamine enthalten. Auch eine Grundversorgung mit Spurenelementen und Mineralstoffen sollte beinhaltet sein. Die Biochemie der Vitalstoffe ist sehr komplex. Die meisten Vitalstoffe können Ihre Wirkung nur entfalten, wenn die richtigen Partner ausreichend vorhanden sind. So ist zwar das fettlösliche Vitamin E in der Lage den oxidativen Stress in der Zellwand zu reduzieren aber ohne Vitamin C, Selen und Eisen kann es nicht regeneriert werden.

Selen

Selen reduziert oxidativen Stress und reguliert die Schilddrüse Schwangere haben einen sehr hohen oxidativen Stress. Neben den direkten Antioxidantien, daher den wasserlöslichen und fettlöslichen Radikalenfängern, sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Selen geachtet werden. Selen ist ein Spurenelement, das in europäischen Böden praktisch nicht mehr vorkommt. Mit der Nahrung werden im Schnitt nur 20µg Selen am Tag zugeführt. Eine Schwangere sollte aber täglich 200µg zuführen. Immer wieder wird diskutiert ob organisches oder anorganisches Selen ergänzt werden soll. Die biologisch aktive Substanz ist das organische Selen. Auch muss bei der Gabe von anorganischem Selen beachtet werden, dass es bei gleichzeitiger Gabe von Vitamin C inaktiviert wird. Bei organischem Selen besteht diesbezüglich keine Einschränkung. Viele Schwangere haben Probleme mit der Schilddrüse im Sinne einer Über- oder Unterfunktion. Auch Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse treten in der Schwangerschaft gehäuft auf. Die Schilddrüsenfunktion hängt stark vom Funktionieren der sogenannten Dejodasen ab. Hiervon sind drei Formen bekannt, die allesamt wiederum von Selen abhängig sind. Es verwundert daher nicht,dass in mehreren Studien sich die Gabe von Selen als höchst effektiv erwiesen hat um Erkrankungen der Schilddrüse während der Schwangerschaft zu vermeiden und bestehende Fehlfunktionen zu behandeln. Aus dem bisher geschriebenen resultiert daher die Empfehlung, dass Schwangere und Stillende 100µg besser 200µg organisches Selen am Tag ergänzen.

Q10 deckt den Energiebedarf

Da der Energiebedarf in der Schwangerschaft extrem ansteigt, können Schwangere diesen Mehrbedarf nur decken, wenn Sie Coenzym Q10 ergänzen. Dieses Vitaminoid ist bei der Bildung von Energie in Form von Adenosintriphosphat unerlässlich und kann durch keine andere Substanz ersetzt werden. Zwar kann jeder Mensch bis zum 40-ten Lebensjahr Coenzym Q10 selbst bilden, aber diese Bildung reicht bei einer Schwangeren bei weitem nicht aus. Um genügend Energie für eine Schwangerschaft zu haben, sollte eine Schwangere gut 200mg Coenzym Q10 ergänzen.

Vitamin D beugt einer Schwangerschaftsdepression vor und schützt das Kind vor Typ 1 Diabetes

Vitamin D ist eigentlich kein vitales Amin wie der Name vermuten lässt, sondern ein Prähormon. Da die Versorgung mit diesem Hormon schon ohne Schwangerschaft defizitär ist, ist es besonders wichtig dieses Hormon zu ergänzen. Idealerweise ist ein Vitamin D Wert von 35 bi 70 ng/dl anzustreben. Gut 70 Prozent der bei uns durchgeführten Messungen ergaben Werte deutlich unter diesem Normbereich, häufig wurden extrem niedrige Werte gemessen. Die Mutter ist vor Infektionen, Krankheiten, Stoffwechselstörungen und vor allem vor Depressionen geschützt und das Kind wird vor dem Entstehen eines Typ1 Diabetes bewahrt.

Der B-Vitamin Komplex stärkt die Nerven von Mutter und Kinder

Die wasserlöslichen B Vitamine sind bekanntermaßen unsere Nervenhormone. Sie sind für die Ausbildung eines funktionierenden Nervensystems beim Kind unerlässlich. Speziell die B-Vitamine werden gerne und häufig bei Schwangeren eingesetzt. Am besten entfalten B-Vitamine im Komplex ihre Wirkung. Vegetarierinnen und vor allem Veganerinnen müssen die B-Vitamine unbedingt ergänzen, denn diese Ernährungsform ist extrem arm an B-Vitaminen. Bei Kindern kann ein länger währender Vitamin B12 (Cobalamin) Mangel dazu führen, dass dieses Vitamin gar nicht mehr (lebenslang nicht mehr) resorbiert werden kann und es zu einer perniziösen Anämie kommt. B- Vitamine verhindern bzw. behandeln bei Schwangeren die Polyneuropathie und beugen zusammen mit Vitamin D den häufigen Schwangerschaftsdepressionen vor.

Kalzium ist wichtig für die Knochen Bildung

Kalzium muss in der Schwangerschaft um gut 30 % vermehrt zugeführt werden, da ein Großteil an den Fötus weitergegeben wird. Wird zu wenig Kalzium zugeführt, so wird es aus den Knochen der Mutter mobilisiert. Die Gesamtzufuhr sollte 1200mg betragen.

Chrom beugt Schwangerschafts-Diabetes vor

Chrom ist ein wichtiger Stoffwechselaktivator. Insbesondere Schwangere neigen zur Ausbildung eines Diabetes. Mittlerweile ist ausreichend nachgewiesen, dass Chrom die Insulinresistenz an den Zielzellen reduziert und so den Blutzuckerspiegel normalisiert. Im Handel sind organische und anorganische Chromprodukte erhältlich. Anorganische Produkte werden nur zu zirka 2 Prozent resorbiert und das auch nur wenn Sie mit Picolinat – einer unphysiologischen Säure – versetzt sind. Organische Produkte benötigen keine Zusatzstoffe und werden zu zirka 20 Prozent resorbiert. Aufgrund dieser Erkenntnisse ist die Empfehlung der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA klar zu organischem Chrom. Schwangere sollten täglich 50 bis 100mg Chrom ergänzen.

Pycnogenol reguliert den Blutdruck

In letzter Zeit gibt es immer mehr Erfahrungen zu Pinienrindenextrakt besser bekannt als Pycnogenol. Pycnogenol hat ein sehr hohes antioxidatives Potential und beugt speziell in der Schwangerschaft unerwünschten Blutdruckschwankungen oder gar manifesten Hypertonien vor. Auch eine bereits bestehende Hypertonie kann mit Pycnogenol ohne Nebenwirkungen behandelt werden. In der eigenen Praxis hat sich bei der Behandlung eines Hypertonus in der Schwangerschaft die Kombination von Pycnogenol, Kalium, Vitamin D und Coenzym Q10 am effektivsten erwiesen. Der mittlere arterielle Druck nahm im Falle einer Erhöhung um gut 15mmHg ab. Pycnogenol reduziert auch das Risiko in der Schwangerschaft eine Thrombose zu erleiden. Dies konnte in mehreren Studien nachgewiesen werden. Schwangere sollten täglich 160mg Pycnogenol einnehmen.

Vitamin C

Der Fötus benötigt Vitamin C zur Ausbildung von Gehirn und Nervensyste Vitamin C ist wasserlöslich und das wichtigste Antioxidans in wässriger Phase. Für die deutlich gestiegenen Anforderungen an das Immunsystem der Schwangeren ist eine Ergänzung mit diesem Vitamin obligat. Vitamin C wird nach dem Pflücken schnell verbraucht und die Lagerungsverluste liegen bei gut 40 Prozent am Tag. Auch der Fötus benötigt Vitamin C zur Ausbildung von Gehirn und Nervensystem in größeren Mengen. Aus den genannten Gründen und aufgrund des hohen Bedarfes, sollten 750 – 1500mg Vitamin C täglich ergänzt werden. Höhere Dosierungen sind nicht erforderlich und Hochdosisanwendungen kontraproduktiv, da sie die antioxidative Wirkung umkehren und das Ansprechen der Zellen auf Medikamente reduzieren.

Zink aktiviert den Zellstoffwechsel

ZinDa der Stoffwechsel einer Schwangeren deutlich gesteigert ist, benötigt die Schwangere den Stoffwechselaktivator Zink. Das Wachstum des Föten im Körper der Mutter und die steigende Zelldifferenzierung ist stark von der Zufuhr von Zink abhängig, so dass eine Supplementation in der Regel unerlässlich ist. Eine Schwangere sollte 30 – 60 mg Zink zuführen.Besonders bewährt haben sich hier Selen und Zink Kombinationen.

Omega 3 fördert die Gehirnreifung des Fötus

Omega 3 Fettsäuren sind für Schwangere sehr wichtig. Sie verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und beugen so Thrombosen und Embolien vor. Zusammen mit Pyridoxin fördern Omega 3 Fettsäuren die Gehirnreifung des Fötus. Schwangere mit Gelenkschmerzen finden in Omega 3 Fettsäuren ein natürliches Schmerzmittel. Schwangere sollten täglich gut 2000 mg Omega 3 Fettsäuren ergänzen.

Zusammenfassung:

Eine sinnvolle Nahrungsergänzung in der Schwangerschaft ist sowohl für die Mutter als auch für den Fötus sinnvoll und nötig. Da viele Schwangerschaftsbeschwerden ursächlich einen Vitalstoffmangel haben, sind substituierte Schwangere viel seltener krank.